Von meinen Alpträumen hatte ich ja schon berichtet und ich hatte, glaube ich, auch erwähnt, daß ich diese Träume überaus schätze. Heute Nacht hatte nun ich einen besonders schönen Alptraum. Ich träumte nämlich von Gott. Von DEM Gott natürlich, nicht etwa von irgendeinem dahergelaufenen Wald- und Wiesengott. Das war nämlich so:
Ich war auf dem Weg zur Arbeit, als Gott aus einer brennenden Mülltonne zu mir sprach, daß ich mit ihm ein Bier zu trinken habe, er müsse mal mit mir reden. Gott hatte nämlich eine wahrlich beschissene Laune und wollte sich einfach mal ausquatschen. Aus irgendeinem Grund war Gott erst jetzt bewußt geworden, daß er ein ziemliches Scheißleben führte.
Allwissenheit macht selbst aus dem spannendsten Universum eine unerträglich langweilige Angelegenheit und die Ewigkeit ohne Überraschungen verbringen zu müssen, macht nicht unbedingt Laune. Ich hielt dagegen, daß er ja immerhin erst jetzt drauf gekommen sei, was ja schon irgendwie eine Überraschung sei, wenn man bedenke, daß er das ja gleich hätte wissen müssen. Gott aber läßt sich so leicht nicht aufmuntern und knurrte, daß er das selbstverständlich schon immer gewußt, aber bisher verdrängt hätte und dies und der Umstand, daß er ebenfalls gewußt hatte, daß ich versuchen würde, ihn mit so einem saudämlichen Argument zu trösten, würde die Sache auch nicht eben besser machen. Und wo er gerade so richtig in Fahrt war, ließ er auch gleich richtig Leder. Wie sehr ihm das alles auf den Sack ginge, daß ausgerechnet er immer für alles verantwortlich wäre, daß er noch nicht mal am Sonntag seine Ruhe hätte, daß ihm die Menschen auf den Nerven fielen, so als ob es nicht schon schlimm genug sei, daß er ein ganzes Universum am Laufen halten müßte und überhaupt und sowieso, alles Scheiße und sein Sohn sei auch so ein blödes Arschloch.
Tja, was sagt man nun dazu? Ich bin zwar Atheist, aber kein Arschloch, also würde ich sogar Gott helfen. Aber wie die Depressiven nun mal so sind, Hilfe nehmen sie nicht gerne an und eigentlich sind sie sowieso davon überzeugt, daß ihnen niemand helfen kann. Und davon abgesehen, wüßte ich auch nicht wie. Meine sozialpädagogischen Studien jedenfalls hatten mich auf so eine Situation nicht vorbereitet.
Gott wimmerte ein bißchen vor sich hin, daß er ja noch nicht mal mehr zur Götterselbsthilfegruppe gehen könne, seit die Monotheisten alle andren Götter umgebracht hätten und jetzt blieben nur noch der Heilige Geist und sein Sohn, mit denen er reden könne, weil aber die, aufgrund der Regeln der Dreifaltigkeit eigentlich einer seien, sei das im Grunde auch nur ein Selbstgespräch.
Jedenfalls fängt der Typ an, mich mächtig zu nerven und ich lasse ihn in seiner Mülltonne hocken und gehe dann doch nicht zur Arbeit, sondern nach Hause, weil ich jetzt auch deprimiert bin
Und dann bin ich mit randvoller Blase und einer sensationellen Morgenlatte wachgeworden. Ich habe keine Ahnung, was das jetzt bedeuten soll.
Ehrenamtliche Traumdeuter bitte vortreten.
Tags: Gott, Misanthropie
26 Februar 2009 um 1:58 pm
Freak!
26 Februar 2009 um 2:05 pm
Ja. Aber was soll ich machen?
26 Februar 2009 um 2:49 pm
Machste nix dran. Traurig, aber wahr.
26 Februar 2009 um 6:23 pm
Sie steheh sexuell auf Gott. Das ist ein Problem.
26 Februar 2009 um 7:03 pm
ICH wohne in keiner Mülltonne und ICH würde auch nicht DICH heran bitten um DIR mein Leid zu klagen. ICH würde einfach in den Suizid gehen
Aber mal im Ernst: Randvolle Blase und PML* zwingen einen zu Matheaufgaben damit man nicht die Wand anpinkelt, oder hast Du da ne bessere Strategie?
*PML = prachtvolle Morgenlatte
26 Februar 2009 um 7:54 pm
@weltdeswissens: Hauptsache der Papst erfährt das nicht.
Matheaufgaben sind auch meine Methode. Funktioniert aber nur bedingt.
@Jens: Ich kann ja nix dafür, daß DU mir solche träume schickst.
26 Februar 2009 um 8:49 pm
Zu spät, Roland, als Diskordianischer Papst habe ich das schon zur Kenntnis genommen. Ich exkommuniziere Sie aber nicht.
27 Februar 2009 um 5:27 am
Puh, noch mal Schwein gehabt.
27 Februar 2009 um 7:27 am
Ganz klar! Im Grunde genommen ging dir Gott auch nur tierisch auf die Nerven und du wolltest das Feuer auspinkeln in der Hoffnung das damit auch Gott sich auflöst! Über deinen grandiosen Einfall bist du dann geil geworden, und bist wach geworden. Fertig.
27 Februar 2009 um 8:22 am
Gerhard Ott ist eh schon lange auf Hartz2009/AD/0.
Und diese gefakte Hinrichtung seines unehelichen(!) Sohnes, – dafour zahlt der heute noch die Raten ab, und ZinsesZinsesZins.
Der leidet heute noch darunter, also der G.OTT, – wegen dieser SteinzeitJournalistenSchludrigkeit.
Einen klitzekleinen Punkt vergessen, – isse nixxe mehre mitte Gerhard Ott, – isse GOTT nun.
Ein schreckliches Mißverständnis das !
27 Februar 2009 um 9:32 am
Lieber Roland Schwarzer,
Willst Du Gott verstehen, so wirst Du es nicht können,
denn der natürliche und ungeistige Mensch nach dem Urteil Gottes,
vernimmt nichts vom Geist Gottes.
Und wenn er nichts vernimmt vom Geist Gottes,
so vernimm ter auch nichts von Gott,denn Gott ist Geist,
und darum redet Gott oft durch Träume und Gesichte zu dem Menschen.
Lese mal das Buch (Hiob Kapitel 33, Vers 14) da wirst Du finden,
was “Elihu” zu Hiob und seinen drei Buchstaben-Frommen gesagt hat.
Träume können manchmal sehr hilfreich sein zur Besserung des Menschen.
27 Februar 2009 um 9:48 am
Flagellation ist doch per se nichts Schlechtes.
Das erweitert die Epidermis(meistens auf’m Rücken) und fördert die Blutzirkulation.
Medizinisch betrachtet ist die Bibel ja durchaus wertvoll, also so für NotphallMediziner ey, – jetzt mal so vom Arbeitgeberstandpunkt gesehen.
27 Februar 2009 um 1:19 pm
@Lena: Das klingt SEHR plausibel. Man sagt ja auch das Genialität und Geilheit dicht beieinander liegen. Sagt man doch oder?
@spill: Aber ich muß mich G.Ott nicht endschuldigen oder?
@keine Ahnung warum sich jetzt Reime in meinem Geist formen:
“Oh Mutter sieh ein Troll, ein Troll!”
“Mein Kind, das ist ja wundervoll!”
“Sag Mutter, darf ich ihn behalten,
samt Haar am Mund und Altersfalten?”
“Ach mein lieber kleiner Spatz,
Du willst ‘nen Troll als Hundersatz?
Nein Kind! Hör auf Deine Mutter
gib einem Trolle niemals Futter”
“Och Menno.Nie darf ich was!”
@spill: Sach ich doch. Bibel ist immer gut. In Zweifel kann man damit auch gut seine Gegner niederstrecken. So Physiotherapeutenmäßig nämlich.
27 Februar 2009 um 3:35 pm
Lenas Erklärung erscheint mir ebenfalls sehr plausibel.
Und Sie sind ein genialer Poet, Herr Schwarzer
!
27 Februar 2009 um 8:26 pm
*gucktganzbescheiden*
3 März 2009 um 8:29 am
Hier tun sich ja Abgründe auf..
Herr Schwarzer ein gelungener Text wie ich finde, hätte ich Dir gar nicht zugetraut.
Ich hoffe, dass das alles auch tatsächlich Deinem eigenen Geiste entsprang, wenn ja – weiter so