Mein schönstes Ferienerlebnis

oder: Wohin soll denn die Reise gehn?

Liebes Tagebuch,

passend zu meinem in Bälde anstehenden Geburtstag, habe ich vor kuzem eine Grabstelle geschenkt bekommen. Mein liebes Schwesterchen hatte nämlich ihre Schwiegermutter unter die Erde zu bringen und zu diesem Zwecke in einem Ruheforst eine Familiengrabstelle erworben. Und weil diese Stelle 12 Plätze hat, hab ich halt ein Plätzchen abbekommen.
Und wo ich doch nun schon mal Urlaub und sowieso nichts besseres zu tun habe, bin ich heute mal eben nach Schwerin gefahren und hab mir mal angeschaut, wo denn dereinst mein Kadaver ruhen wird.

Wat' nich all gift! Ein Ruheforst!

Wat' nich all gift! Ein Ruheforst!

Früher nannte man sowas “illegale Müllhalde”. Tja, die Zeiten ändern sich.

Hübscher Ausblick wenn sich die Leichen langweilen.

Hübscher Ausblick wenn sich die Leichen langweilen.

Toll so ein Panorama. Weil man aber als Leiche nicht allzuviel davon hat, hab ic hes mir jetzt schon mal angeschaut.  Hübsch hübsch.

Mein Freund der Baum.

Mein Freund der Baum.

Tja, das ist er, der Baum unter dem ich dereinst ruhen werde. Ich verbringe einige Minuten im stillen Gedenken an den Verstorbenen, bis mir endlich einfählt, daß ich ja noch gar nicht tot bin.
Na war das eine Erleichterung liebes Tagebuch.

Eindeutig mein schönstes Ferienerlebnis!

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8 Antworten zu „Mein schönstes Ferienerlebnis“

  1. spritkopf sagt:

    Ihr persönliches Biotop kann im Rahmen der unten angegebenen Gruppenführungen, aber auch während einer Einzelführung nach entsprechender Vereinbarung ausgewählt werden.

    An mein persönliches Biotop lasse ich nur Wasser und CD bestimmt keine Gruppenführung.

  2. weltdeswissens sagt:

    Lieber Roland,

    das hast Du gut gemacht.

    Dein Tagebuch.

  3. spill sagt:

    Verstehe das nicht irgendwie.
    Wenn man sich so gen Leiche weiterentwickelt soll man ja quasi in sphärische Höhen entfleuchen.
    Stattdessen wird man tiefergelegt.
    Also wie diese VW-Polos diewo so hinter einem an der Ampel stehen und es nur so WUMMWUMMT. Also so nicht gerde Jazz quasi.

    Wenn ich mich mal so leichenmäßig fortgebildet habe(schon im zarten Alter von 1nem Tag angefangen;-) brauche ich aber eine FlatrateStandleitung, InternetAnschluss, -darauf bestehe ich, also wenn man dann so im Hartz89-Einzelappartment dummrumliegt….ich meine das wird doch sonst total langweilig da im Keller.

  4. spill sagt:

    Abgesehen davon ist diese Idee Menschen schon mal einen Grabplatz zum Geburtstag zu schenken GEIL ;-)
    (also wenn so alle zukünftigen Trauergäste geldmäßig zusammenlegen) ;-) ;-)

  5. Jule wäscht sich nie sagt:

    Naja aber man weiss doch noch garnicht wo man dann gerade ist und ob man da auch begraben werden möchte und nicht lieber auf den Fidji inseln in ne sandburg eingelagert werden möchte. Grundsätzlich macht der Forst nen guten eindruck und es sieht auch nicht nach schlimmen Grabsteinen und roten kerzen aus oder vielleicht noch immergrünen bepflanzungen. Haste fein gemacht-oder deine schwester vielmehr. Ich habe keine geschwister also werde ich mich mal wieder allein um solcherlei Planungen kümmern müssen. Wahrscheinlich wird es die Verbrennung am Ganges werden oder ..wie begraben eigentlich die eskimos ihresgleichen?

  6. rolandschwarzer sagt:

    @spritkopf: Schüchtern?
    @weltdeswissens: Dankeschön.
    @spill: ich fürchte in meiner Familie ist sowas normal. :D
    @Jule: Ginge es nach mir, könnte man mich nach meinem Ableben auf dem nächstgelegenen Rübenacker unterpflügen oder den Zoolöwen zum Fraß vorwerfen. Aber die doofe Verwandschaft will ja einen Platz zum trauern. Grabsteine, eigene Bepflanzungen, Blumen und so Zeug sind da gar nicht erlaubt. Gefällt mir, denn dann fällt auch das Geheuchel von wegen “Auf-unvergessen” weg. :D
    Eskimos verfüttern, glaube ich, ihre Toten an die Eisbären. Arme Viecher.

  7. spritkopf sagt:

    Ich lasse mich mit dem Hintern nach oben begraben und werde so nach meinem Tode noch der Allgemeinheit als Fahrradständer dienen.

  8. Familie « Dulsberg-Nord sagt:

    [...] hat, habe ich schon mal erwähnt. Grad mal ein Jahr ist es her, daß sie mir zu meinen Geburtstag eine Grabstelle zum Geschenk machte. Dieses Jahr nun, wollte sie offenbar auf Nummer sicher gehen, und so schenkte [...]

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