In meiner Firma wird ab kommender Woche in allen geschlossenen Räumen das Rauchen verboten. Des Nichtraucherschutzes wegen. Und grundsätzlich bin auch dafür. Rätselhaft ist mir allerdings, warum dann das Rauchen auch in den Raucherräumen, jenen Räumen also, die für gewöhnlich an einem erstaunlichen Mangel an Nichtrauchern zu leiden haben, verboten sein wird. Wahrscheinlich, damit sich die Nichtraucher endlich auch unbelästigt in Raucherräumen aufhalten können.
Weil sich aber das Rauchen nicht so ohne weiteres gänzlich verbieten läßt, wurden die Raucher nun nach draussen verbannt, und damit sie dort halbwegs vor den Unbillen der Witterung geschützt sind, baute man dort bushäuschenartige Glaskabinen auf, wo man also künftig seinem Laster fröhnen darf und außerdem noch gut dabei beobachtet werden kann.
Die Raucher in der Firma regieren allgemein überaus gelassen auf die neue Vorschrift, denn zum einen ist es Rauchern für gewöhnlich scheißegal wo sie rauchen dürfen, solange sie nur überhaupt rauchen dürfen, und zum zweiten rechnen eigentlich alle damit, daß es schlimmer kommen wird. Spätestens in einem Jahr wird irgendwer feststellen, wie überaus unattraktiv verqualmte Raucherbutzen auf dem Firmengelände auf evtl. Besucher wirken, und spätestens dann wird man uns entweder in die Kanalisation oder gänzlich vom Firmengelände verweisen. Aus Gründen des Tierschutzes vermute ich zweiteres, weil man schließlich auch Kanalratten nicht alles zumuten darf.
Jaaa, ich weiß, Raucher stinken, sind eklig und überhaupt die niedrigste Lebensform auf Erden gleich nach Gonokokken und Nacktmulchen, und ich will mich auch gar nicht beschweren. Immerhin verdanke ich es dem Engagement meiner nichtrauchenden Mitmenschen, daß ich ab sofort für jede Kippe von der 6. Etage in den Hof und wieder zurückwandern darf. Das ist Prima für die Fitness und frische Luft kriege ich dabei auch noch. Seltsam erscheint mir nur, daß es zwar verboten ist, seiner Umwelt mit Kippenqualm auf den Sack zu gehen, es aber gleichzeitig erlaubt bleibt, täglich 120 Runden mit dem Auto um den Block zu fahren, damit man auch möglichst direkt vor dem Haus parken kann, und mit jeder Runde mehr Abgase in die Umwelt zu blasen, als jeder Raucher in einem ganzen Leben produzieren könnte.
Aber egal. Gehe ich halt nach draussen zum quarzen. Wenn ich doch nur hoffen dürfte, daß es damit entgültig ein Ende hätte, mit der Streiterei zwischen Rauchern und Nichtrauchern.
Allein mir fehlt der Glaube. Ich fürchte, Friede wird erst dann herrschen, wenn auch der letzte Raucher konvertiert ist. Allerdings ahne ich allerlei Schreckliches für die Zeit danach. Denn ohne Todfeind kann der Mensch nicht leben und wenn die Raucher erst alle tot sind, wer wird dann wohl dran glauben müssen? Nein, nicht die Autofahrer. Die machen das ja nicht freiwillig. Die MÜSSEN das tun! Schließlich können die ja nichts dafür, daß sie zwar keine Bauern sind, aber trotzdem auf dem Land leben wollen und deshalb jeden Tag 100km zur Arbeit fahren müssen. Nein, mit Autofahren ist alles O.K. Ich persönlich tippe auf die Übergewichtigen, und ich stelle mir schon vor, wie man künftig in der Betriebskantine angemault wird, wenn man sich mit 2gr. Übergewicht, Schnitzel statt Salat auf den Teller packt.
Und weil Rauchen abgewöhnen und Gewichtsanstieg nicht selten korrelieren, werde ich mir den Mist dann auch anhören müssen. Einmal Opfer immer Opfer. Ich freu mich schon.
PS: Liebe Kinder, Rauchen ist unglaublich blöde und nur für Vollidioten geeignet. Bitte probiert es nicht selbst aus!
Tags: Rauchen, Raucherverfolgung
28 Juni 2009 um 10:12 am
Und, liebe Kinder: Übergewichtige gefährden nicht die Gesundheit anderer, indem sie in Gegenwart anderer Personen fressen. Das unterscheidet sie von Rauchern, weshalb dies nicht nur ein hinkender Vergleich ist, sondern geradezu ein im Rollstuhl sitzender.
Nix für ungut, ist nichts persönliches.
28 Juni 2009 um 12:42 pm
Ich fürchte, daß der Trend dahin geht, daß die Political-Correctness-Nazis die Herrschaft über den Alltag übernehmen werden. Heulsusen aller Länder, vereinigt euch (und biegt euren Mitmenschen endlich bei, wie sie zu leben haben).
Disclaimer: Nichtraucher und als solcher gegen das militante Nichtrauchertum.
28 Juni 2009 um 2:44 pm
@Dr. No: Schon gut, Du hast ja recht. Ich rechne aber tatsächlich damit, daß es nicht lange dauern wird, bis man damit argumentieren wird, daß Übergewichtige häufiger krank sind und damit für alle “Normalen” Kosten verursachen, weshalb es angemessen wäre, ihnen vorzuschreiben, was sie zu essen hätten.
Moment mal, gleich drei Konjunktive in einem Satz. Das schaffe ich auch nicht jeden Tag.
@spritkopf: Ich hoffe ja immer noch, daß sich PC-Fraktion und Religionsfundamentalisten gegenseitig derartig behindern, daß letzlich gar nix dabei raus kommt.
Na ja man wird ja noch träumen dürfen.
28 Juni 2009 um 4:27 pm
Jetzt mal ehrlich und ganz ironiefrei: Ich verstehe tatsächlich nicht, weswegen man die Raucher noch rauchen läßt. Andere Drogen sind doch auch verboten. Ich nehme mal zugunsten der Apologeten des öffentlichen Rauchs an, daß die Raucher wirklich nicht wissen, wie sie (und die Räume, die sie hinterlassen) riechen und was für eine Beeinträchtigung das für andere sein kann. Meine Sechshundert-Kubikmeter-Werkhalle hat hier schon mehrfach durch bloßen Besuch eines starken Rauchers (wiewohl dieser hier natürlich nicht geraucht hat) auf Stunden hinaus derartig gestunken, daß ein konzentriertes Arbeiten nur noch sehr eingeschränkt möglich war. Ich habe mich schon mehrfach schlaflos mit Herzbeschwerden im Bett gewälzt, weil mir der Qualm von einem Elternabend noch in den Haaren gehangen hat. Das ist das Leben der Nichtraucher. Gestern habe ich ein ca. sechsjähriges Kind im Rollstuhl gesehen, das von seinen Prekariats-Eltern durch die Gegend geschoben wurde, und an der Art der Deformationen war offensichtlich erkennbar, daß die Mutter während der Schwangerschaft gesoffen und geraucht hat. Warum ist das erlaubt? Der Junge wird nie ein normales Leben führen können, selbst dann nicht, wenn man ihn da herausholt. Es gibt doch einen theoretischen Konsens darüber, daß die Freiheit des Menschen dort enden muß, wo sie die Freiheit eines anderen beeinträchtigt. Warum wird das Rauchen aus diesem Prinzip ausgespart? Warum wird so getan, als würde die freiheitlich-demokratische Grundordnung ausgehebelt, wenn der Wahnsinn sachte beschnitten wird? Von konsequenten Rauchverboten wagt man ja kaum zu träumen, da die Bundesregierung via Tabaksteuer noch von diesem Elend profitiert, also ein wirtschaftliches Interesse an den Zuständen hat, die zu bekämpfen sie verpflichtet wäre. Das ist etwa so, als würde man auf Totschlag eine Steuer erheben, statt ihn zu verbieten.
Das ist jetzt alles auch nicht persönlich gemeint, aber ich fühle mich eher von den Rauchern verfolgt, obwohl ich ihnen nichts getan habe, und kann deshalb überhaupt nicht verstehen, worüber die sich noch beschweren.
28 Juni 2009 um 6:39 pm
Mit den Übergewichtigen als Opfer liegst Du vermutlich richtig, das fängt ja schon an… Leserbriefe in Zeitungen, dass sie das Gesundheitssystem angeblich übermäßig belasten, beweisen das. Vielleicht nimmt man auch noch die Kinderlosen stärker ins Visier (tun nix für die Rente, die Egoisten).
Schlage noch Skifahrer vor. Fast alle, die ich kenne, haben sich schon mindestens einmal verletzt, das ist auch Belastung für das Gesundheitssystem.
Und Tierbesitzer, die ihre Tiere rauslassen, sind rücksichtslos gegenüber Allergikern. Ha, noch eine potentielle Opfergruppe, hehehe….
Genug der Ironie… Bei Rauchern ist sicher ein Problem, dass sie mit dem Qualm automatisch die Umgebung mit einbeziehen und Nichtraucher damit automatisch in Mitleidenschaft ziehen.
Ich bin ja Nichtraucher, aber in meinen Augen wird das Ganze mittlerweile überzogen. Jetzt hat man doch in Restaurants seine Nichtraucherzonen (ich persönlich war übrigens nie wild drauf, aber das ist eine andere Sache), was will man denn noch? Und wie Du schon sagst, bei Autofahrern sagt kein Mensch was, weil das nämlich die heilige Kuh der Deutschen ist. Okay, einige sind ja wirklich drauf angewiesen (schlechte Bus-/Bahnverbindungen). Die sollen sich jetzt mal nicht angesprochen fühlen.
Mit ein bisschen mehr Toleranz und Gelassenheit ginge einiges besser (wobei auch Raucher in Sachen Rücksicht nicht immer vorbildlich waren…); ich sehe die Gefahr, dass bald alles staatlich reglementiert wird.
Ach ja, beim Alkohol müsste man dann ja auch mal was tun. Man kann zwar argumentieren, dass hier ja der andere nicht “mittrinkt” im Sinne von “Mitrauchen”, aber hey, es ist auch alles andere als lustig, wenn z. B. der Vater Alkoholiker war.
Wo hört die Eigenverantwortung auf? Wie viel wollen wir den Staat regeln lassen? Keine ganz einfachen Fragen, aber wollen wir Bürger wirklich alles dem “Kindermädchen” Staat überlassen?
28 Juni 2009 um 6:42 pm
Ach ja, ein Herz für Raucher, bei mir dürfen Gäste rauchen. Sogar in der Wohnung, nicht nur im Garten.
*tröst*
28 Juni 2009 um 8:16 pm
Raucher zahlen die tollen Steuern, die dieser Staat einfach braucht.. und wenn wir schon dabei sind dann bitte gleich den alk abschaffen und absolut verbieten, ebenfalls eine droge. Leben und leben lassen bitte. I like smoking.
28 Juni 2009 um 8:34 pm
Also irgendwie ist jeder Mensch schon für sich selber verantwortlich. Und wenn werdende Mütter eben in der Schwangerschaft rauchen wider besseres wissen ist das eben so..oder wollen wir anfangen jeden in seiner Wohnung zu überwachen..nein Danke..ausserdem haben sich doch die Raucher mittlerweile mit den Verboten arrangiert..und Raucherbereiche sind mittlerweile und waren auch immer für mich vollkommen ok. Ich möchte niemandem bewusst schaden. Aber wenn es ein kompletten Zigarettenverbot gibt dann bitte auch direkt den Alk mit verbieten. Aber dann gibt es Aufstände un DL, denn das Volk braucht Alk..es gibt so viele Alltags alkis, die niemandem auffallen und dann mit ihren Entzügen das Gesundheitssystem belasten. Ich möchte mal sehen wie DL aussieht wenn es keinen Alk mehr gibt..das wäre eine Revolution wie wir sie lange nicht mehr gehabt haben. Also soll bitte jeder selber entscheiden wie er sich und seiner Gesundheit schadet.
28 Juni 2009 um 9:02 pm
Hattest du nicht irgendwann in grauer Vorzeit mal aufgehört?
28 Juni 2009 um 9:03 pm
Und was wird jetzt eigentlich aus den Raucherräumen? Kaffeezimmer? Nichtrauchertreffpunkte?
28 Juni 2009 um 9:07 pm
@Friederich:
Sich schlaflos mit Herzbeschwerden im Bett rumwälzen, weil man noch den Rauch vom Elternabend in den Haaren hat? Eine Halle von 600 Kubikmeter (entsprechend 150 m² bei 4m Deckenhöhe) wird verstunken, weil sich ein starker Raucher darin aufgehalten, aber nicht geraucht hat? Ich schlage vor, daß du dir schnellstens einen Raumanzug gegen die schädlichen Umwelteinflüsse besorgst, nur noch hochreines Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch mit NASA-Siegel als Atemluft in deine Wohnräume leitest und dir deine eigene hermetisch abgeschlossene Biosphäre zur Aufzucht von garantiert schadstofffreiem Gemüse bauen läßt. Und laß deine Hypochondrie behandeln. Wenn man sich nämlich seine Wehwehchen lange genug einredet, werden die irgendwann Wirklichkeit.
29 Juni 2009 um 5:07 am
@ Friederich: Ich schließe mich da spritkopf völlig an.
Geh mal zum Therapeuten und frag mal dort nach, was man gegen Hypochondrie alles machen kann!
Und den Eltern des behinderten Kindes zu unterstellen, sie hätten während der Schwangerschaft geraucht oder gesoffen ist einfach mal arrogant und es stellt Dich auf die gleiche Stufe, mit dem von Dir verglichenen Prekariat.
29 Juni 2009 um 6:35 am
Diese ganze Drogenverbieterei ist eine unglaubliche Anmaßung. Natürlich sollte man einvernehmliche Lögungen für gemeinsam genutzte Räume finden (und das tun Leute i.d.R. auch und zwar ohne irgendwelche “Nichtraucherschutzgesetze”), jedoch hat imho kein Mensch das Recht einem anderen Menschen vorzuschreiben mit welchen Drogen er sich die Bude verqualmen, sich die Lichter ausschießen oder den Löffel abgeben möchte (falls doch wäre ich mal um eine allgemeingültige Begründung dankbar – ich kenne keine).
29 Juni 2009 um 9:32 am
Ach Leute, was soll das denn. Es redet doch niemand außer euch ernsthaft davon, dass Rauchen generell verboten werden soll! Kein Mensch will euch verbieten, euch zuhause die Bude und die Lungen vollzuquarzen wie ihr wollt! Es geht nur um Räume, die ihr mit anderen teilt und daher wäre es ganz schön, wenn ihr in eurer Argumentation auch bei diesen anderen Menschen bleiben würdet, statt euch auszumalen, was für finstere Pläne das Imperium noch für euch bereithält.
Genau das ist diese andauernde, selbstauferlegte Opferrolle, die mich an Rauchern seit Monaten nervt! Kommt bitte mal wieder auf den Teppich! Und nein, ich bin KEIN militanter Nichtraucher.
29 Juni 2009 um 11:59 am
naja also der Friederich hätte gern generelles Rauchverbot wenn ich das richtig verstehe. Und darum drehte sich die Diskussion eigentlich auch. Alles ander ist ja selbstverständlich.
29 Juni 2009 um 12:59 pm
Soso.. nur um Räume die man mit anderen teilt? Warum wird dann z.B. Leuten nicht das U-Bahnfahren verboten, die sich 3 Tage nicht geduscht oder sich gerade mit 0815 echt polnisch Wasser eingenebelt haben? Warum bekommen Pollenallergiker keinen Hausarrest um die Gesundheitskosten gering zu halten? Warum wird nicht das Fleischessen verboten, so doch das von den Zuchttieren ausgestoßene Methan ein 23x so starkes Treibhausgas ist wie CO2? Oder Alkohol generell, um die Opferzahl durch alkoholisierte Fahrer zu reduzieren?
29 Juni 2009 um 6:11 pm
Seufz… offenbar doch nicht so selbstverständlich. Deine Eingangsfrage, lieber Po8, zielt genau auf das ab, was ich meinte, nämlich das Rauchen in geschlossenen Räumen – deine anschließenden Fragen gehen aber in eine ganz andere Richtung. Es ging mir nicht um Kosten des Gesundheitssystems oder das Ozonloch, sondern – ich sage es noch einmal, auch wenn es offenbar nicht viel bringt – um das ganz einfache Recht darauf, dass man am Arbeitsplatz oder anderswo keinen giftigen Qualm ins Gesicht geblasen bekommt.
“Warum wird dann z.B. Leuten nicht das U-Bahnfahren verboten, die sich 3 Tage nicht geduscht oder sich gerade mit 0815 echt polnisch Wasser eingenebelt haben?” – Weil es keine krebserregende Wirkung auf andere Leute im selben Raum hat, wenn man sich drei Tage nicht wäscht.
“Warum bekommen Pollenallergiker keinen Hausarrest um die Gesundheitskosten gering zu halten?” – Weil es keine krebserregende Wirkung auf andere Leute hat, wenn sich Pollenallergiker vor die Haustür wagen.
“Warum wird nicht das Fleischessen verboten, so doch das von den Zuchttieren ausgestoßene Methan ein 23x so starkes Treibhausgas ist wie CO2?” – Weil es keine krebserregende Wirkung auf andere Leute im selben Raum hat, wenn jemand ein Schnitzel isst.
“Oder Alkohol generell, um die Opferzahl durch alkoholisierte Fahrer zu reduzieren?” – Weil es keine krebserregende Wirkung auf andere Leute im selben Raum hat, wenn jemand Schnaps trinkt. Die von dir beschworenen Opferzahlen entstehen auch nicht durch das Alkoholtrinken an sich, sondern durch das Alkoholtrinken und anschließende Autofahren – und das ist verboten.
Lauter Äpfel- und Birnenvergleiche, wie üblich. Vermutlich kommen noch mehr; das ist mir aber langsam auch wurscht, denn diese Diskussionen sind einfach nur ermüdend. Wer es für sein unveräußerliches Grundrecht hält, durch sein Konsumverhalten bewusst die Gesundheit anderer zu gefährden – denn dass Passivrauchen schädlich ist, weiss mittlerweile wohl jeder -, verhält sich in meinen Augen rücksichtslos und asozial. Wie gesagt: Ich bin kein militanter Nichtraucher, aber durch solche Pseudoargumente schafft ihr es vielleicht noch, mich zu einem zu machen.
30 Juni 2009 um 7:08 am
Es ging nicht um Äpfel-Birnen-Vergleiche, sondern um das dahinterliegende Argumentationsschema. Unbestritten erhöht sich das gesundheitliche Risiko eines Menschen in rauchiger Umgebung. Werden deswegen offene Kamine verboten? Werden deswegen Tiefgaragen verboten? Wird, ob der cancerogenen Wirkung, Grillen mit Holzkohle verboten? Warum nicht gleich die Geburt verbieten, denn Geburten führen mit 100% Wahrscheinlichkeit irgendwann zum Tod – ein unglaubliches Risiko sozusagen…
Und selbst in Räumen in denen sich der Eigentümer und der Raucher einvernehmlich darauf geeinigt haben, dass geraucht werden darf (Raucherraum, Kneipe etc.), geht das der Nichtraucherlobby nicht am Arsch vorbei, sondern man zwingt den Raucher auf die Straße zu gehen. Umgekehrt zwingt aber niemand den Nichtraucher in eine Raucherkneipe oder den nichtrauchenden Angestellten in den Raucherraum zu gehen – seltsam oder?
Das wirklich asoziale bei der Geschichte ist folgendes: das Gewaltmonopol des Staates wird dazu benutzt persönliche Befindlichkeiten (in dem Fall von Nichtrauchern – aber das passt auf alles andere, wie Atomkraftwerke, Autos oder Fleischessen, auch ganz prima) zu befriedigen, wobei völlig vergessen wird, dass jedes Verbot ein Akt der Gewalt ist.
30 Juni 2009 um 8:29 am
@Dr. No
Wie gesagt, ich bin selbst Nichtraucher und schätze es daher, wenn Raucher bei der Ausübung ihrer Sucht Rücksicht nehmen. Was sie übrigens nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen tun, wenn man sie höflich bittet (wenn sie es sowieso nicht schon von sich aus tun).
Wenn mir aber jemand einen Schwachsinn à la Herzbeschwerden wegen Rauchs in den Haaren erzählen will, da hörts dann auf. Diese Sorte Mensch habe ich leider selber in meiner Bekanntschaft. Terrorisieren mit ihren Befindlichkeiten die ganze Umgebung, wollen alles, was nur entfernt nach Belästigung aussieht, radikal verbieten und mit 10 Jahren Einzelhaft bei Wasser und Brot belegen und würden am liebsten ihren eigenen, geweihten Arsch vergolden, weil der ja das Allerwichtigste auf diesem traurigen Erdkloß ist (und danach erstmal gaaaanz lang nichts kommt).
Wir leben nunmal in einer Gesellschaft, in der wir relativ dicht aufeinander hocken und da lassen sich gewisse gegenseitige Belästigungen nicht umgehen. Wenn wir diese vermeiden wollten, müßten wir so ziemlich alles verbieten – Rauchen, Feten am Samstagabend, Trinken, U-Bahn-Fahren mit Grippe oder Erkältung, wasauchimmer. Was in der Konsequenz zu einem ziemlich freudlosen Leben führen würde.
Wer mal genau darüber nachdenkt, wird auch bei sich selber dutzende Tätigkeiten des Alltags finden, die geeignet sind, andere zu belästigen oder gar zu schädigen wie die angesprochene Benutzung des ÖPNV, wenn man selber krank ist. Wird das deshalb verboten? Nein.
30 Juni 2009 um 4:34 pm
Das ist schon etwas schräg, Hypochondrie zu unterstellen, um nicht die eigene Rücksichtslosigkeit in Frage stellen zu müssen. Bei einer derart tiefergelegten Diskussion haben eigentlich Sachargumente auch keinen Sinn mehr, ich versuchs aber trotzdem noch mal:
http://www.faz.net/p/Rub66E28E0EEE3443E6AEF87BDEE95E2848/Dx1~E47790e3e29027c0222344bfe75ea2b90~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Was den Arroganzvorwurf angeht: Es gibt ein ganz klares, gut beschriebenes Krankheitsbild für pränatale Alkoholschäden, das durchaus sehr gut nach dem äußeren Anschein — zumindest grob — erkannt werden kann. Wenn dann noch das Erscheinungsbild und Verhalten der Eltern diese Grobdiagnose bestätigt, ist die Fehlerwahrscheinlichkeit der von mir geäußerten Vermutung schon ziemlich nahe an der Null.
30 Juni 2009 um 7:14 pm
Tolles “Sachargument”:
“Bei Kindern, die regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt sind, zeigen bestimmte Entzündungs- und Stoffwechselmarker im Blut Veränderungen, die im Erwachsenenalter das Risiko einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und damit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können.”
Gleiches gilt imho auch für Schokolade (warum ist die noch nicht verboten?) und wieviele Kinder kennt man, die regelmäßig in Raucherkneipen oder Raucherräumen von Unternehmen herumhängen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich diese Studie anzweifle, denn vermutlich wurde hier nicht ein Zeitraum von einer Dekade oder mehr betrachtet um diesen Schluss überhaupt aufstellen zu können.
Solche “Sachargumente” sind lediglich Propaganda und deswegen ist Hexenjagd 2.0 auch so treffend…
30 Juni 2009 um 9:06 pm
@Korrektor
Ich schließe aus deinem Beitrag, daß du mit dem Herrn Friederich identisch bist. Was soll man bei Herzbeschwerden wegen Rauch in den Haaren anderes schließen als einen verschärften Fall von Hypochondrie? Außer vielleicht maßlose Übertreibung, womit du dir selber die Ehrennadel für eine tiefergelegte Diskussion an deine Brust heften darfst.
Und noch was, falls du meinen Beitrag zwar gelesen, aber nicht so richtig verstanden haben solltest: Ich bin Nichtraucher. Folglich muß ich keine übertriebene Rücksichtnahme beim Rauchen üben, weil dieser Fall nicht so häufig (lies: nie) vorkommt.
Im übrigen finde ich deine Formulierung in Bezug auf die von dir detektierten pränatalen Geburtsschäden echt klasse: “Durchaus sehr gut nach dem äußeren Anschein, zumindest grob.” Was so viel heißt wie “ich schwafle dummes Zeug daher, welches ich zwar nicht beweisen kann, was aber nach meiner Auffassung so sein könnte”. Tiefergelegte Diskussion usw.
30 Juni 2009 um 10:31 pm
Also vom Äußeren einer Person auf deren Verhalten im Umgang mit Kindern auszugehen und ihnen Fehlverhalten zu unterstellen ist echt das Letzte Herr Korrektor. Was für eine oberflächliche Mistkacke.
2 Juli 2009 um 10:17 am
[...] Gutes gibt es aber trotzdem: Die Raucherverbannungsbutzen in meiner Firma haben sich als echter Glücksfall herausgestellt. Offenbar ist es so, daß [...]
16 Oktober 2009 um 12:46 pm
[...] die Harten By rolandschwarzer vor 4 Monaten verbannte meine Firma die Raucher aus sämtlichen Gebäuden, auf daß die Nichtraucher künftig [...]