Dank eines Artikels unserer Wunderbaren Welt des Wissens bin ich auf ein Thema aufmerksam geworden, das offenbar schon vielzulange der Öffentlichkeit verschwiegen und verheimlicht wurde.
Wie ursprünglich die Riesenmaschine berichtete, ist es offenbar gängige Praxis zu Bestäubung von Tomaten statt Bienen Hummeln einzusetzen. “Ei na und?” mag jetzt der eine oder andere fragen: “Was soll daran so schlimm sein? Is doch schon schön wenn auch Hummeln nicht bummeln? Gnihi.” “Ja freilich” sag ich da: “Auch Hummeln sollen nicht darben, aber erstens bin ich für schlechte Reime zuständig, und zweitens geht es hier nicht um Hummelarbeit ansich, sondern um die Gründe, warum man statt Bienen Hummeln einsetzt.” Welche dies sind, darüber klärt uns mit kaum verholenen Zynismus die Hummelbestäubungsinformationsseite auf.
Hummel so heißt es dort, hätten ein höheres Arbeisttempo, könnten mehr tragen und wären “darüber hinaus anspruchsloser in Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen.” Ha! Wird die Hummel der Türke des 21Jh.? Günter Wallraff wo bleiben Sie? Auch wären Hummeln noch bei “geringer Lichtintensität aktiv” und ließen sich auch “von starkem Wind und leichtem Regen nicht abschrecken.” Mit anderen Worten, die schuften auch noch bei Bedingungen, bei denen man keine Biene nach draussen jagen würde. Ja? Soll das damit gemeint sein? Frechheit.
Das wichtigste Argument für die Hummelbestäubung ist aber, daß ”dass sie [Hummeln] kein Kommunikationssystem haben”, weshalb sie einander nicht über einträglicher Quellen in formieren können.
Oder wie die Riesenmaschine sagt: “Während Kollegin Biene ihren Co-Bienen vortanzt, dass jenseits der langweiligen Tomaten viel leckerere Blüten warten, ist die dicke Hummel so doof, nur dort bestäubend herumzubrummen, wo man sie ausgesetzt hat.“
Man nutzt hier offensichtlich die kommunikative Behinderung der Hummeln aus, und zieht schnöden Profit daraus!
Wir, die PKHF™ verurteilen die schamlose Ausbeutung des puschligsten Insektes aller Zeit, auf’s Allerschärfste, und fordern mit aller Deutlichkeit, mit dieser Hummelfeindlichkeit einzuhalten! Hiermit laden wir ein zur Gründung der “Initiativgruppe Hummel Hummel – Mors Mors”, und erwarten zahlreiche Unterstützung.
Zurück in die angeschlossenen Irrenhäuser!
Aber was mich wirklich mal interessiert: Wie schmeckt eigentlich Hummelhonig? Und wie Tomatenhummelhonig? Hat irgendwer Erfahrungen?
Tags: Hummeln, Initiativgruppe, PKHF
29 Oktober 2009 um 1:40 pm
danke für diese wohl unterhaltsamen zeilen, ich habe einerseits herzlich geschmunzelt, zum anderen regt es doch wohl zum nachdenken darüber an, denn das der mensch tiere ausbeutet ist nichts neues (verwerflich genug bleibt es), aber hummeln statt bienen aus besagten gründen, das ist wahrlich perfide
29 Oktober 2009 um 1:55 pm
Wie… wir fordern etwas? Wieso? Das klingt jetzt aber mal echt anstrengend… Nee, also… da hab ich nun wirklich keine Lust zu, das muss jemand anderes machen. Sollen die Hummeln doch Tomaten bestäuben. Um die muss man sich wenigstens nicht so intensiv kümmern wie um die zickigen Bienchen. Bleibt ergo mehr Zeit, um zwischen dicken, brummenden Hummeln auf der Wiese zu liegen. Barfuß, versteht sich.
29 Oktober 2009 um 2:03 pm
Ich mach’ ja jetzt so einen Hummelstreichelzoo auf gell.
Total die Marktlücke das ey.
Dieser WespenStreichelzoo bedarf noch einer IntensivAmbulanzStation da, das dauert natürlich.
29 Oktober 2009 um 2:12 pm
@stormwitch: Also eigentlich bin davon ausgegangen, daß irgendwer das machen wird. Ich habe hier schließlich gar nix zu sagen. Wäre ja auch noch schöner. Wir treffen uns dann auf der Wiese.
29 Oktober 2009 um 4:46 pm
Wenn man sich mal durch die Hummelbestäubungsinformationsseite durchklickt, wird man auf noch fürchterlichere Fakten stoßen:
Bei der Entwicklung einer optimalen Behausung (Nistkasten) zur groß angelegten Zucht von Hummeln für die natürliche Bestäubung gilt es viele Anforderungen zu erfüllen. Dabei müssen nicht nur für die Hummel bestimmte Bedingungen erfüllt werden, sondern auch für den Menschen (Kunden, Vertriebspartner, Spediteure und wir).
Am wichtigsten ist es jedoch zu wissen, was Hummeln brauchen, wo sie sich wohl fühlen und welche Anforderungen in Bezug auf ihren Futterbehälter und ihre Toilette erfüllt sein müssen. [...] Die Bedürfnisse der Hummeln mit den Anforderungen des Menschen zu verbinden und daraus ein realisierbares Modell zu entwickeln, ist nur durch die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen möglich.
Nicht nur, daß die Hummeln ihren Nistplatz jetzt auch mit Kunden, Vertriebspartnern und Spediteuren teilen müssen – nein, auch ihre Toiletten müssen gleichermaßen den Anforderungen von Hummeln und Menschen genügen! Ich stelle mit Erschrecken fest, daß hier überhaupt nicht mehr die Rede von optimierter Arsch-Eimer-Passung sein kann und fordere hiermit nachdrücklichst das Hummelklo nur für Hummeln.
29 Oktober 2009 um 8:00 pm
Ich weiss, Sie sind bestimmt auch für die Witze zuständig, aber ich ersticke sonst, das wollnse doch nicht, oda?
Also: MORS MORS!
30 Oktober 2009 um 6:27 am
30 Oktober 2009 um 12:15 pm
Oje. Wie kriege ich jetzt die Bilder von Günter Wallraff in Hummelverkleidung wieder aus dem Kopf? Schwarz-gelbes Puschelhemd und zitterne Fühler …
30 Oktober 2009 um 12:48 pm
Einfach an was schönes denken. Wie wäre es mit… hm… NOUGAT?
30 Oktober 2009 um 2:19 pm
Nougat *träum*
30 Oktober 2009 um 4:34 pm
*träumtmit*