Ich liebe es früh aufzustehen.
D.h. um ganz genau zu sein, hasse ich es früh aufzustehen, denn was auch immer Theologie und Evolutionsbiologie behaupten, weder habe ich mit Affen gemeinsame Vorfahren, noch stamme ich von Gott ab. Meine Vorfahren hießen Bär oder Murmeltier. Und deshalb neige ich auch eher dazu, mich morgens noch mal rumzudrehen. Nun ist es zwar theoretisch denkbar, daß irgendwanneinmal ein Affenvorläufer ein Murmeltiervorläufer, oder Gott eine Bärin flachgelegt hat*, aber das führt hier eindeutig zu weit.
Jedenfalls hasse ich es früh aufzustehen, aber ich habe mindestens zwei plausible Gründe trotzdem früh den Arsch hochzukriegen. Erstens hasse ich es nämlich noch vielmehr, bis 18:00 Uhr auf Arbeit rumzuhängen, und zweitens hat Chef grad Urlaub, und die Gelegenheit ungestresst zu arbeiten, muß man ja ausnutzen.
Mit anderen Worten, ich liebe es auszuschlafen, ich komm nur zu selten dazu, weil ich meinen Arbeitstag hinter mich bringen will. Ob es nun aber besser ist, früh oder spät zur Arbeit zu kommen, wo man doch trotzdem insgesamt 8h mit Arbeit verschwendet, ist freichlich Glaubenssache.
Wobei…, Glaube und Frühaufstehen ist ja auch wieder so ne Sache. Katholiken halten Trägheit für eine Todsünde, Protestanten interpretieren Wohlstand nicht selten als Zeichen der Erwählung, und versauen sich glücklich das Leben durch Fleiß und Arbeit**, Moslems sollen in Demut den Aufgaben des Tages nachgehen*** und Buddhisten fegen oft den ganzen Tag den Klosterhof um zur Erleuchtung zu finden. Den Juden ist immerhin für die Erfindung des Wochenendes zu danken, was schon mal nicht schlecht ist, aber ansonsten ist das Judentum auch nicht gerade für Müßigang berühmt geworden.
Einzig die PKHF™ hat den Wert der Faulheit richtig erkannt, hat allerdings den Nachteil, daß man damit den Arbeitgeber nicht im Mindesten beeindrucken kann.
Zurück zum Thema: Früh aufzustehen, obwohl einem die Eltern Langschläfrigkeit ins Genom gepackt haben, ist so ziemlich das Blödeste was man machen kann. Man geht ja schließlich auch nicht ins Bett wenn man nicht müde ist, oder isst, obwohl man keinen Hunger hat. Gerade in Deutschland macht man das aber natürlich trotzdem, um 18:00 Uhr wird geabendbrotet, und ins Bett geht’s nach den Tagesthemen. Komme Was Da Wolle!
Hmm. Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach so: Das ich viel zu müde bin, um überhaupt irgendwas zu erzählen. Schönen Tach noch.
*He, der Typ bumst auch fremder Leute Jungfrauen! Solchen Leuten muß man alles zutrauen!
** Na ja, zumindest Calvinisten neigen gern mal dazu, unentspannt auf Faulhheit zu reagieren.
*** “Denn der Islam fördert die Arbeit und ist dem Müßiggang und der Passivität abgeneigt.” (hier)
25 November 2009 um 11:56 am
Gibt es denn bei der PKHF keine vorgeschriebenen Ruhephasen?!
Muss dann nicht der Chef irgendwo im Büro das dringend benötigte Sofa bereit stellen…ich meine…so als bekennender PKHFler hat man doch wohl auch seine Rechte!
25 November 2009 um 2:06 pm
früh aufstehen ist reine Gewohnheitssache.
und nochmal umdrehen geht trotzdem: du musst nur den Wecker noch früher stellen.
(und sei doch froh wenn du mit 8h Arbeitszeit hinkommst)
(OK, Zeitverschwendung ist es trotzdem)
(oft genug, aber nicht immer)
26 November 2009 um 8:09 am
Mein Lebenswandeln hat sich auch so gen 6.30hrs morgens geändert(die Gören stehen auf, da muss alles hopplahopp gehen, deren DrecksBus geht um 7.10hrs).
Halte aber trotzig an meinem NachtArbeitsrhythmus fest.
Schallt mir die eine Göre, so um 18.30hrs entgegen “Hai Oli, willst’de Käsenudeln zum Frühstück?”.
*räusper*
28 November 2009 um 8:34 am
@ Markus: “früh aufstehen ist reine Gewohnheitssache.”
Nee, Hasi. Echt nicht. Das ist für mich auch mit fast 49 Jahren noch eine Folter. Und – ihr dürft lachen, ja – einer der Gründe dafür, dass ich mich selbständig machen will, ist genau das. Schlafen bis zum acht. Es wird in meiner Praxis keinen Termin vor halb zehn morgens geben.
Ich gebe lieber Termine noch um 19 h oder so an Leute, die lange arbeiten müssen, bevor ich freiwillig morgens um acht da sitze und versuche, durch den Gehirnnebel hindurch zu begreifen, wo und wer ich überhaupt bin und nur Scheiße zu bauen.
Das ist eine Sache des inneren Rhythmus’, und das ist meiner Meinung nach angeboren. Ich kenne Leute, die stehen pfeifend um fünf Uhr morgens auf, die können das und machen das gerne (die stehen auf meiner Liste derer, die sofort ausgewiesen werden, wenn ich Königin von Deutschland bin).
10 Dezember 2009 um 1:48 pm
@lakritzi: Amen!