Ich bin, das kann ich in aller Bescheidenheit anmerken, ein überaus bescheidener Mensch. Wenn es nach mir ginge, könnten wir uns dieses ganze Globalisierungsdingens in die Haare schmieren, und getrost wieder zu 2Felderwirtschaft und Feudalismus übergehen.
Alles was aus der Fremde kommt, kann ich mir locker von der Backe putzen, ohne auch nur eine Kummerträne zu vergießen. Gäbe es morgen Bananen, Kakao, Zimt, Nelken, exotische tote Tiere, etc. pp. nicht mehr, mein Leben wäre deswegen nicht ärmer oder freudloser.
Nähme man mir aber den Kaffee, oh je, es wäre ein Heulen und Zähneklappern. Mit Krieg würde ich den Planeten überziehen. Ich scharrte tapfere Männer um mich, und zöge mit ihnen ins Morgenland, nicht etwa um den Muselmanen erneut Jerusalem zu entreißen, sondern um mir all ihren Kaffee unter den Nagel zu reißen, der von Links und Rechts wegen sowieso mir zusteht. Oder vielleicht baute ich auch ein Flotte hochseetüchtiger Ruderboote, um gen Indien zu paddeln und mir dort den Kaffee abzuholen. Besser noch, ich bliebe gleich dort. Auf Martinique vielleicht.
Was ich eigentlich sagen wollte, ich hab keine Kaffee mehr und keinen Bock in die überlaufenen Supermärkte zu gehen. Aber ohne Kaffe geht ja nun auch nicht… Was mach ich nur… Ach Scheiß drauf, ich muß eh noch einkaufen.
Nun knirscht die Zähne, schwellt die Nüstern auf,
Den Atem hemmt, spannt alle Lebensgeister
Zur vollen Höh! – Auf, Kaffeetrinker!
Mord rufen und des Krieges Hund entfesseln…
Ich brauche ganz dringend Kaffee. Merkt man das eigentlich?
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