Archiv für Februar 2010

Sängerkrieg im Jantarblog

26 Februar 2010

In aller Bescheidenheit möchte ich nur ganz kurz auf den Sängerkrieg im Jantarblog hinweisen, in dessen Rahmen der Herr Jantar und meine Wenigkeit poetische Meisterwerke von so ausgezeichneter Qualität schufen, daß die Welt dringend davon Kenntnis nehmen  sollte*.

Hmm… Sängerkrieg? Sagt man heute noch so? Oder sagt man heute Poetbattle?

*und die uns wahrscheinlich in die Poetenhölle bringen werden

Killerwal

26 Februar 2010

Jetzt mal unter uns: Kann einem Tier Schlimmeres passieren, als vom Menschen geliebt zu werden? Ich denke da an zum Beispiel an die armen Ponys, die nicht nur übergewichtige Mädchen in der Gegend rumschleppen müssen, sondern sich auch noch als zusätzliche Demütigung bunte Schleifchen ins Haar flechten lassen müssen. Oder was ist mit all den armen Kötern, die von strunzdummen „Stars“ in Handtaschen durch die Gegend getragen werden?

Oder eben die Schwertwale. Diese von Natur aus dazu bestimten Tiere, sich mit bis zu 55 km/h durch die Ozeane zu bewegen, in einer Umgebung einzusperren die allenfalls Schwimmbeckengröße hat, ist doch mehr als pervers gelle? Fühlt ein Tier, daß sich unter Wasser mittels Sonar orientiert eigentlich wie im Spiegelkabinett, wenn es in diesem Streichelzoo-Guantanamo eingesperrt wird? Und ist es fair, diesem Tier auch noch lecker Häppchen als Zuschauer zu präsentieren, die zwar nicht in Größe, dafür aber im Fettgehalt, deutliche Ähnlichkeit zu einem selbst haben?
Und wenn Free-Willy so durchs Becken plätschert, wünscht er sich dann manchmal, er würde nicht so geliebt werden, und er wäre stattdessen lieber als Nacktmull, Rüsselhündchen oder Aye-Aye zur Welt gekommen? EAls Tierart also, die noch nicht einmal Hardcoretierschützer ins Herz schließen können?

Jedenfalls finde ich es wenig überraschend, wenn sich so ein Schwertwal dann und wann mal was zum Spielen ins Becken holt. Bravo Willy!

Sollte man eigentlich in die Show einbauen, ab und zu einen Zuschauer zu verfüttern. :mrgreen:

Psycho-Onkel

23 Februar 2010

Freitag letzter Woche nun hatte ich meinen ersten Termin, bei einem jener Gestalten, die sich für zuständig befinden, wenn’s im Kopfe nicht mehr so ganz rund läuft. Der Herr Psychotherapeut erwies sich als freundlicher kleiner Glatzkopf, dem die Nahrungsaufnahme besondere Freude zu bescheren scheint, jedenfalls schleppt er einen gewaltigen Ranzen mit sich rum. Ich habe dann gleich mal eine orale Fixierung bei ihm diagnostiziert, und ihm angeboten, über seine verpfuschte Mutterbindung zu sprechen. Wollte er aber nicht.
Stattdessen mußte ich meine Schuhe ausziehen (danke für die Warnung Lena, wenigstens hatte ich frische Socken an) und sollte nun über meine Probleme reden. Pöh. Ich bin immer noch nicht ganz sicher, was das bringen soll, denn vorausgesetzt, daß eine Depression eine Störung des serotonalen und/oder noradrenalen Systems ist, sprich hormonelle Ursachen hat, ist nicht ganz einsehbar, warum Reden etwas daran ändern sollte.
Wenn meine Bauschspeicheldrüse zu wenig Insulin produziert, gehe ich ja auch nicht nicht zum Seelenklempner, um über meine Gefühle zu reden. Oder? Jedenfalls habe ich noch nie davon gehört, daß bei Diabetes eine Psychotherapie induziert sei.
Aber wer bin ich schon, das zu beurteilen. Also rede ich über meine Kindheit (ganz passabel), mein Sexleben (anstrengend) und meine sozialen Kontakte (überfordernd). Der PO besteht darauf, daß irgendwas passiert sein muß, daß ich so introvertiert und misanthropisch wurde, derweil ich darauf beharre, schon immer so gewesen zu sein. Glaubt er nicht. Aber das wird wohl sein Job sein.
Ich weiß gar nicht, was so unglaublich daran sein soll, daß jemand einfach so ist, wie er ist. Egal. Mich ganz persönlich interessiert die Ursachen meines SoSeins nicht mehr als die Ursache meiner blauen Augen oder meiner großen Füße. Aber der PO, so scheints, findet das wichig und man kann ja mal drüber reden. Kommenden Freitag darf ich jedenfalls wieder bei ihm antanzen und ich rechne fest damit, über meine Mutter reden zu müssen.
Ich werde darüber berichten. ;)

spätrömische Dekadenz

22 Februar 2010

Kann mir mal jemand erklären, was diese unselige HARTZ-IV-Diskussion soll? Wäre ich ein Zyniker, würde ich anehmen, daß da jemand Geringverdiener gegen Sozialhilfeempfänger in Stellung bringen will, ganz nach dem Motto „Divide et impera“. Wenn ich es mir recht überlege, ich bin ein Zyniker.
Ich meine, wenn es so ist, daß jemand mit Arbeit nicht oder nur unwesentlich mehr verdient, als ein Arbeitsloser, kann die Antwort doch nicht lauten, dem Arbeitslosen die Leistung zu kürzen, sondern sie muß lauten, dem Arbeiter einen anständigen Lohn zu zahlen. Oder sehe ich das falsch?

Und wo wir schon mal dabei sind, kann man daraus auch gleich noch eine Ausländerdebatte machen. Beklagt doch Herr di Lorenzo, daß „nach einer vom Bundesarbeitsministerium erst vor drei Monaten veröffentlichten Studie … Migranten und ihre in Deutschland geborenen Nachkommen doppelt so häufig auf Sozialhilfe angewiesen sind wie der Rest der Bevölkerung“. Und fügt hinzu, daß sich der Verdacht aufdränge, „dass unser in Deutschland so angefeindetes Sozialsystem immer noch attraktiv genug ist, dass es eine massenhafte Einwanderung in die sozialen Netze auslöst
Aha. Die Ausländer kamen also nach Einführung von Hartz IV hierher? Sicher? Oder darf vielleicht unterstellt werden, daß die meisten Ausländer weit vor Hartz IV kamen, und heute dank einer praktisch nicht vorhandenen Integrationpolitik keine Arbeit finden?

Jetzt mal ehrlich, nachdem wir es geschaft haben, den krisengebeutelten Bank Milliarden in den Arsch zu blasen, ausgerechnet auf den Schwächsten rumzutrampeln, und denen die Schuld in die Schuhe zu schieben, läßt mich so ein klitzekleinesbißchen kotzen.

150 Freunde sind genug

15 Februar 2010

Unser Gehirn ist, wenn man der Timesonline trauen darf, nicht in der Lage mehr als 150 Freunde zu „verwalten“, auch wenn man sich theoretisch via Facebook locker ein paar tausend Freunde anlachen kann.

Jetzt mal unter uns Misanthropen: Ich glaube, ich wäre schon mit 150 Bekannten überfordert, von Freunden gar nicht zu reden. Freunde habe ich allenfalls 5 oder 6. Und selbst dies halbe Dutzend muß damit leben, daß ich mich wochenlang nicht um sie kümmere. Aber 150!? Ausgeschlossen!

Der Winter unseres Missvergnügens

15 Februar 2010

Liebe Winter-Hasser,

ich kann ja in gewisser Weise verstehen, daß Euch Schnee und Eis langsam zum Halse raushängen. ABER: Man muß sich auch mal bewußt machen, daß die Alternative zu Schnee und Eis nicht etwa in einem lauen Frühlingslüftchen und Vögelchengepiepse besteht, sondern gemäß der Jahreszeit in grauen, diesigem Regenwetter. Schließlich haben wir Februar.
Und wenn wir jetzt alle mal ganz ehrlich sind, ist uns der richtige Winter dann doch deutlich lieber gelle?

Quattro Stagioni

13 Februar 2010

Ein überaus beliebter Witz zu DDR-Zeiten lautete: „Wie heißen die vier Feinde des Sozialismus? Frühling, Sommer, Herbst und Winter!“ Der Witz bestand grob gesagt darin, daß praktisch jede Jahreszeit als Ausrede dafür diente, daß irgendwas nicht so funktionierte, wie es die historische Mission der Arbeiterklasse eigentlich erforderte.

Wenn ich heute allerdings sehe, daß der Müll schon seit 3 Wochen nicht mehr abgeholt wurde, weil mitten im Winter Schnee fällt, frage ich mich schon, welche Fortschritte wir seit 89 gemacht haben. ;)

Ode an die durch Sertralin* induzierte Impotenz

11 Februar 2010

Mein Fleisch erleidet höchsten Frust,
den ihm verging die Fleischeslust.
Zur Keuschheit ist mein Leib befohlen
der  Teufel soll die Droge holen,
die zwar den Geist vom Leid befreit
jedoch auch Geist und Schwanz entzweit,
so daß zu meinem Ungebill
der eine nicht kann, was ersterer will.
Und aus dem stolzen Mann und Vater
wurd nunmehr ein kastrierter Kater.

Scheiß drauf. Fresse ich eben Schokolade. :mrgreen:

*Sertralin

Psycho

8 Februar 2010

So, den ersten Arbeitstag nach vier Wochen Abstinenz habe ich erfolgreich hinter mich gebracht, und es war gar nicht mal so schlimm, wie ich es mir ausmalen hätte können. Meine Kollegen haben ziemlich prima auf meine Depressionen reagiert. Tut gut zu wissen, daß man Chef und Kollegen auf seiner Seite hat.

Außerdem habe ich heute einen Termin mit einem Psycho-Onkel klar gemacht. Ich habe Psychologen zwar immer für Sozialpädagogen auf Speed gehalten, aber erstens will ich nicht so arrogant sein, es nicht wenigstens mal zu versuchen, und zweitens hat mein Medzinmann gesagt, ich solle dahingehen, und ich mache immer was mein Arzt sagt. Der hat schließlich studiert. Und vielleicht wird es ja sogar ganz lustig. Ein bißchen Spaß könnte ich im Moment ganz gut vertragen.

Und jetzt gehe ich mal alle meine Links und Lesezeichen durch. Ich muß mich schließlich wieder auf den neusten Stand bringen. :)

AuaAua

7 Februar 2010

Wo wir grad bei Nebenwirkungen waren: Eine Nebenwirkung von 4 Wochen Aufenhalt im Dämmerlicht von Fernseher und Leselampe, ist eine überaus schmerzhafte Reaktion auf Tageslicht. Ganz ehrlich, ich war grad beim Bäcker und die Helligkeit tut richtig weh!

Möchte mal wissen, was ich morgen den Kollegen erzählen soll, wenn ich mit Sonnenbrille zur Arbeit komme. Die halten mich doch für bekloppt.

Also für noch bekloppter als sonst, ;)


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