Kann mir mal jemand erklären, was diese unselige HARTZ-IV-Diskussion soll? Wäre ich ein Zyniker, würde ich anehmen, daß da jemand Geringverdiener gegen Sozialhilfeempfänger in Stellung bringen will, ganz nach dem Motto „Divide et impera“. Wenn ich es mir recht überlege, ich bin ein Zyniker.
Ich meine, wenn es so ist, daß jemand mit Arbeit nicht oder nur unwesentlich mehr verdient, als ein Arbeitsloser, kann die Antwort doch nicht lauten, dem Arbeitslosen die Leistung zu kürzen, sondern sie muß lauten, dem Arbeiter einen anständigen Lohn zu zahlen. Oder sehe ich das falsch?
Und wo wir schon mal dabei sind, kann man daraus auch gleich noch eine Ausländerdebatte machen. Beklagt doch Herr di Lorenzo, daß „nach einer vom Bundesarbeitsministerium erst vor drei Monaten veröffentlichten Studie … Migranten und ihre in Deutschland geborenen Nachkommen doppelt so häufig auf Sozialhilfe angewiesen sind wie der Rest der Bevölkerung“. Und fügt hinzu, daß sich der Verdacht aufdränge, „dass unser in Deutschland so angefeindetes Sozialsystem immer noch attraktiv genug ist, dass es eine massenhafte Einwanderung in die sozialen Netze auslöst …“
Aha. Die Ausländer kamen also nach Einführung von Hartz IV hierher? Sicher? Oder darf vielleicht unterstellt werden, daß die meisten Ausländer weit vor Hartz IV kamen, und heute dank einer praktisch nicht vorhandenen Integrationpolitik keine Arbeit finden?
Jetzt mal ehrlich, nachdem wir es geschaft haben, den krisengebeutelten Bank Milliarden in den Arsch zu blasen, ausgerechnet auf den Schwächsten rumzutrampeln, und denen die Schuld in die Schuhe zu schieben, läßt mich so ein klitzekleinesbißchen kotzen.