(aus meinem „Psychiatriezyklus“)
Oh Nasenhaar von allen Leiden
die das Alter mit sich bringt,
wollt ich Dich zuerst vermeiden,
gleich nach dem Bauch der mich umringt.
Nicht nur weil Du gar so gräßlich
aus der Nase wächst mit List,
sondern auch weil Du nur häßlich
und offenkundig nutzlos bist.
Doch halt! Nein, einen Nutzen
muß ich Dir wohl zugestehen.
Kann doch, dank Dir, an meinem Stutzen
ein jedermann mein Alter sehen.
Und diesen Dienst, so könnt man loben,
tust Du getreulich mir verrichten,
ich könnte glatt, ich sagt es oben,
ganz ohne Kummer drauf verzichten.
Ach Nasenhaar, ich der Damen Freudenquell
als der ich grad noch gestern galt
gelt nun als Geriatrie-Rebell
man dünkt mich müde, schlaff und alt.
Nein Nasenhaar, ich will’s nich leiden,
das mich die Weiber nimmer lieben.
Ich werd mich nicht als alter Sack bescheiden
und große Rache will ich üben.
Ich rupf Dich aus, samt der Geschwister
die in den Zwillingshöhlen gedeihn,
ich ziehe sämtliche Register
will nicht vergessen noch verzeihn.
Meine Rede dünkt dich seltsam,
du findest mich gar sonderbar?
Da freilich sage ich beredsam:
Ein Hoch den Psychopharmaka!