Archiv für August 2010

Aua aua aua

31 August 2010

Letzte Nacht davon gerträumt, daß mein Therapieplan die Entfernung der Vorhaut vorsehe. Nu frag ich mich natürlich, ist das jetzt ein unbewußter Ausdruck meiner religiösen Wünsche oder nur stinknormale Kastrationsangst?

Ist zufällig ein Psychiater an Bord?

Apropos Irre

30 August 2010

Ganz sicher werde ich gleich morgen verrückt, wenn ich nur noch ein einziges Telephongespräch meines Zimmergenossen mitanhören muß.
„Jaa Hallooo…Jaa… Jaaa… Nöö…. Guuuut… Jaa… Najaaa…Achjaaa…Na denn.. Jaaa…“

Wie soll man denn dabei seine geistige Gesundheit wiederfinden?

Kurze Zwischeninfo

29 August 2010

Gestern versucht, das „Erste Sozialistische Patientenkollektiv Dulsberg-Nord“ zu gründen. Trotz erheblicher Begeisterung seitens meiner Mitpatienten wieder Abstand davon genommen, weil sich herausstellte, daß die allesamt bekloppt sind! Wer kann denn in der Psychiatrie mit sowas rechnen?

Kurz überlegt, das System des Dr. Teer und Prof. Feder einzuführen, aber wegen unklarer Urheberrechtslage davon abgesehen. Es ist doch zum verrückt werden. ;)

Das kommt dabei raus wenn man Irre Innenausstatter werden läßt. Wer soll das Handtuch noch nutzen wollen?

Ode an ein kleines graues Nasenhaar

22 August 2010

(aus meinem „Psychiatriezyklus“)

Oh Nasenhaar von allen Leiden
die das Alter mit sich bringt,
wollt ich Dich zuerst vermeiden,
gleich nach dem Bauch der mich umringt.

Nicht nur weil Du gar so gräßlich
aus der Nase wächst mit List,
sondern auch weil Du nur häßlich
und offenkundig nutzlos bist.

Doch halt! Nein, einen Nutzen
muß ich Dir wohl zugestehen.
Kann doch, dank Dir, an meinem Stutzen
ein jedermann mein Alter sehen.

Und diesen Dienst, so könnt man loben,
tust Du getreulich mir verrichten,
ich könnte glatt, ich sagt es oben,
ganz ohne Kummer drauf verzichten.

Ach Nasenhaar, ich der Damen Freudenquell
als der ich grad noch gestern galt
gelt nun als Geriatrie-Rebell
man dünkt mich müde, schlaff und alt.

Nein Nasenhaar, ich will’s nich leiden,
das mich die Weiber nimmer lieben.
Ich werd mich nicht als alter Sack bescheiden
und große Rache will ich üben.

Ich rupf Dich aus, samt der Geschwister
die in den Zwillingshöhlen gedeihn,
ich ziehe sämtliche Register
will nicht vergessen noch verzeihn.

Meine Rede dünkt dich seltsam,
du findest mich gar sonderbar?
Da freilich sage ich beredsam:
Ein Hoch den Psychopharmaka!

Herzliche Grüße aus dem Kuckucksnest

21 August 2010

Man darf wohl mit einigem Recht sagen, daß dies das schlechteste Jahr ist, das ich je hatte, seit die liebe Ex-Frau beschloß sich anderweitig umzusehen. Und das ist immerhin 14 Jahre her.
Meine widerkehrenden Depressionen haben mir beim letzten Ausbruch immerhin soviel Angst eingejagt, daß ich beschlossen habe, mich selbst in Schutzhaft zu nehmen und die örtlich zuständige Psychatrie aufzusuchen. Tja und das sitze ich nun wie weiland Patrick McMurphy und bin überwiegend … äh gelangweilt. Denn abgesehen von den Gittern vorm Balkonfenster, ist das hier so unpsychiatrisch, wie es sich nur denken läßt.
Keine Elektroschocks, keine sadistischen Krankenschwestern, keine Indianer. Sogar bei den Medikamenten hat man ein Mitspracherecht. Ich bin fast ein bißchen enttäuscht. ;)
Aber ich will mich nicht beschweren. Und wenn alles gut geht, bin ich 14 Tagen auch wieder raus. Bis später also.

LGF

Roland

Gitter vorm Balkon - Da fühlt man sich gleich sicherer.


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