Törööö!

Liebe Japaner,

tolle Idee die Ihr da habt. Mammuts klonen. Toll!* Wenn man sonst nix zu tun hat. Allerdings… Warum eigentlich ausgerechnet Mammuts? Warum nicht lieber Wollnashörner? Nashornhorn soll doch so beliebt sein in Asien, und Wollnashörner hatten bis zu einem Meter lange Hörner! Viel hilft viel und vielleicht wird die Latte ja noch härter dank Wollnashornhorn? Ja ok, das ist ein blödes Vorurteil, ich gebs ja zu. Tschuldigung.
Obwohl…. schon mal über Säbelzahntigerpenise nachgedacht? *gnihi* Wenn Tigerpimmel hilft, muß Sabelzahntigerpimmel doch doppelt so gut…? Schon gut, ich hör ja auf.Ein Vorteil von Viagra ist ja, daß es wirklich funktioniert und man nicht mehr sinnloserweise irgendwelche armen Viecher abknallen muß. Da sage mal noch einer, die moderne Pharmakologie trage nicht zu einer besseren Welt bei.

Aber zurück zu den geklonten Mammuts. Mal ganz im Ernst: Warum? Hätten wir nicht eigentlich genug damit zu tun, einige durchaus noch lebendige Tierarten am Aussterben zu hindern?
Oder mal philosophisch gesagt, das Gleiche ist nicht dasselbe. Mal ein Beispiel: 1989 kamen die Dresdner Bürger auf die grandiose Idee, die im letzten Krieg zerstörte Kirche Unserer Lieben Frau, die bis dahin als Mahnmal gegen den Krieg gedient hatte, wieder aufzubauen. Kann man machen. Für den Wiederaufbau verwendete man zum großen Teil die übriggebliebenen Trümmer der Kirche, weshalb man sich jetzt die Frage stellen darf,  ob es sich den um dieselbe oder doch nur um eine gleiche Kirche handelt.

Hä? Frauenkirche? Mammuts? Nun was beide, philosophisch betrachtet, gemein haben, ist der Umstand, daß beide nicht mehr existiert haben, und nun quasi wiederauferstehen sollen. Das ist aber schlechterdings unmöglich. Was weg ist, ist weg, auch wenn Gemüsehändler das Gegenteil behaupten.** Klar, in gewisser Weise sind wir alle Sternenstaub, und so betrachtet “existiert” der Stern aus dessen Staub wir gemacht sind weiter. Aber ganz real betrachtet, hat dieser Stern sich in einer Supernova aufgelöst, und alles was einen Stern ausmacht, hat aufgehört zu existieren. Und damit auch der Stern.
Wenn das Mammut als Art ausstirbt, oder eine Kirche zerbombt wird, oder ein Stern explodiert, sind sie unwiederbringlich weg! 

Der Versuch einer Rekonstruktion muß also schon deswegen scheitern, weil das Produkt des Versuchs allenfalls etwas Ähnliches sein wird, nie aber dasselbe. Na schön, sagt jetzt der Japaner, ist doch besser als nix? Mag sein. Aber. Der Haken an der Geschichte ist, daß es einen leichtfertigen Umgang mit der Natur (oder historischen Gebäuden) geradezu herausfordert. Warum sich Gedanken machen über den Erhalt alter Ruinen, wenn man Sie mit Links wieder “neu” bauen kann? Warum sich Sorgen machen, über den Schutz der Natur, wenn man doch “ganz einfach” klonen kann? Warum den Walfang einstellen, wenn man eine Klonmaschine in der Hinterhand hat?  

Der Unterschied wird deutlich, wenn man den Eiffelturm in Paris mit dem in Las Vegas vergleicht. Auf der einen Seite eine architektonisch/technische Meisterleistung und auf der anderen Seite Disneyland.

Also liebe Japaner, laßt es und macht was Nützliches. Zum Beispiel: Wale leben lassen. ;)

PS: Wenn ich das mit der globalen Erwärmung richtig verstanden habe, wird es demnächst wärmer. Wäre es da nicht geschickter statt des Wollmammuts irgendetwas Nacktes zu klonen? Dinos vielleicht? :D

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*Toll im eigentlichen Wortsinne. Also verrückt.
** “Was existiert, kann nicht verschwinden.” Soll Gandhi*** gesagt haben.
***Die Bedeutung auf Hindi und Sanskrit ist „Gemüsehändler“

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