Als ich gestern so gegen 17:00 Uhr nach Hause kam, und “nur mal kurz” den Kopf aufs Kissen legte, bin ich natürlich prompt eingeschlafen. Und wie ich dann so gegen 23:30 Uhr wach wurde, war an Schlaf für den Rest der Nacht natürlich nicht mehr zu denken. Deshalb hocke ich gerade mir eingezogenem Kopf hinter meinen Monitor, versuche möglichst beschäftigt auszusehen und hoffe inständig, daß mir keiner auf den Sack geht. Jedenfalls solange nicht, bis ich unter dem Vorwand eines “außerhäusigen” Termins die Hütte verlassen kann.
In der Zwischezeit schießt mir allerlei Unsinn durchs übermüdete Hirn:
Einem Kollegen beispielsweise ist gerade der Hunde gestorben, und jetzt fragt er sich, wie er das wohl seinen Kindern beibringen soll. Da bin ich als Nachkomme einer langen Ahnenreihe mit bäuerlichen Traditionen eher wenig als Ratgeber geeignet. Aufklärung über den Tod fand bei uns üblicherweise bei Tische statt. “Ach übrigens Roland, Schnuffi (Symbolphoto) ist gestern Nacht ..äh… gestorben. Laß dir den äh… falschen Hasen schmecken.” Übermäßige Sensibilität will in solchen Sozialisationszusammenhängen gar nicht erst entwickeln.
Mein Rat als Ex-Sozialpädagoge lautet übrigens, das Kind nicht mit seiner Verwirrung über den Tod allein zu lassen. Man kann da prima Rollenspiele machen. CSI-Dulsberg-Nord beispielsweise: “Und Doc was ist passiert?” “Nun Hr. Grissom, das Opfer starb durch Exsanguination infolge einer Eröffnung der Arteria carotis communis durch ein extrem scharfes Schneidwerkzeug. Die vollständige Enthäutung ist den Histaminwerten zufolge wahrscheinlich post-mortem erfolgt. Der Täter hatte hervorragende anatomische Kenntnisse und ist daher sehr wahrscheinlich Arzt. Oder Koch.”
Zack schon ist die Furcht vorm Tod gebannt. Zumal wenn die Leiche anschließend àn leckerer Weisweinsoße und Kapern serviert wird. Da lernt das Balg gleich, daß der Tod nicht auch das Ende der gesellschaftlichen Nützlichkeit bedeuten muß.
Zu Risiken un Nebenwirkungen befragen sie bitte ihren örtlich zuständigen Psychotherapeuten.
Weil ich es gerade bei Frau Welt des Wissens las, möchte ich hier einmal auf das wundervolle deutsche Wort “verpönen” hinweisen, daß heutzutage nur noch viel zu selten verwendet wird.
Damit dies Wort nun nicht gänzlich ausstirbt, schlage ich einen Bedeutungswandel vor. Am besten wir benennen künftig eine sexuelle Praktik so. Dabei ist es mir völlig egal, um welche Praktik/en es sich handelt. Ich finde nur die Vorstellung einer inflationären Verwendung von “verpönen” in Pronosfilmen so schön. “Jaaa du Luder! Verpöne mich! Verpöne mich so richtig!” “Ich werd dich in Grund und Boden verpönen du verpönte Sau!” Vielleicht könnte man sich auch im privaten Rahmen zu Verpönungpartys verabreden, wo man sich von Wildfremden mit Hitlerbärtchen und Papstkostüm mal so richtig einen verpönen lassen kann.
Na Ihr habt schon verstanden. Vorschläge zur Art der Praktik bitte in die Kommentare. (nur ernstgemeinte Bildzuschriften bitte)
Apropo Sex. Sex im Dunkeln führt angeblich zu Verwirrung. Jedenfalls wenn man ein Kalmar ist. Ich finde das diskriminierend. Im vollen Hormonrausch bin ich auch nicht viel intelligenter als ein Kopffüßler und verwirrt bin beim Sex eigentlich immer. Meist darüber, daß es überhaupt zum Sex kam, und das er schon wieder vorbei ist.
Und apropos Tod. Hab ich schon erwähn, daß ich todmüde bin? Ach ja?
Ich gebe zurück in die angeschlossenen SM-Studios.
22 September 2011 um 5:23 pm
Was heißt denn im “vollen Hormonrausch”, wenn die Kameraden doch reichlich Hände ….oder waren das Arme haben?
22 September 2011 um 9:57 pm
Schnuffi an Weißweinsoße? Liegt der elterliche Bauernhof in China? Oder gab/gibt es diese absonderliche Kost auch in abgeschnittenen Tälern des Voigtlands, Bayerns oder Österreichs?
23 September 2011 um 6:28 am
Zu Aufklärungszwecken: Sein Schnuffi war ein Riesenrammler (der Kollege hatte den Hund).
Ich geh jetzt mal meinen Chef verpönen.