Archiv für Dezember 2011

Liebe Kanzlerin,

31 Dezember 2011

Ich beschäftige mich ja sonst nicht mit Politik, weil so was nur unglücklich macht, aber gerade eben konnte ich nicht schnell genug wegzappen als Du Deine Neujahrsansprache abgehalten hast.
Also vom Inhalt mal abgesehen  liebe Mitbürgerin, hast Du vielleicht schon mal über einen Berufswechsel nachgedacht? Als Märchentante könntest Du tausende Kinder gleichzeitig einschläfern.

Ach und danke für Heinezitat. Es stimmt, er hat gesagt: „Deutschland, das sind wir selber.“ Gesagt hat er das. als er im französischen Exil war und die großen Auswandererstöme beobachtete, die sich von Deutschland über Frankreich nach Afrika aufmachten. Und vielleicht sind wir das vollständige Zitat Heine schuldig:

„Deutschland, das sind wir selber. Und darum wurde ich plötzlich so matt und krank beim Anblick jener Auswandrer, jener großen Blutströme, die aus den Wunden des Vaterlands rinnen und sich in den afrikanischen Sand verlieren. Das ist es; es war wie ein leiblicher Verlust, und ich fühlte in der Seele einen fast physischen Schmerz. Vergebens beschwichtigte ich mich mit vernünftigen Gründen: Afrika ist auch ein gutes Land, und die Schlangen dort züngeln nicht viel von christlicher Liebe, und die Affen dort sind nicht so widerwärtig wie die deutschen Affen.“

Ich wünsch Dir und Deiner Familie äh…so dies und das.

Mahlzeit!

Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 9

30 Dezember 2011

Thema 9: Bücher, deren (an sich sehr lesenswerter) Inhalt Euch so mitgenommen hat, das ihr aus emotionalen Gründen nicht weiterlesen konntet. (Das abgebrochene Buch.)

Schönes Thema! Ich bin ein hartgesottener Bursche der… Moment mal.. das stimmt ja gar nicht… Ich bin ein sensibler, weichherziger Mann der dicht am Wasser gebaut hat und… Nee stimmt auch nicht… Äh…

(weiterlesen…)

Ach du Scheiße II -Nachtrag-

28 Dezember 2011

Richtig schön finde ich ja den Satz:

Angeblich war das verwendete Silikon eigentlich zur Herstellung von Matratzen vorgesehen.

Also wenn ich zur Boshaftigkeit neigen würde, würde ich ja sagen, daß dann das Silikon offenbar genau seinem Verwendungszweck entsprechend eingesetzt wurde, aber ich bin ja nicht boshaft.

Ach Du Scheiße! II

26 Dezember 2011

Wenn das mal keinen Umsatzeinbruch für die Pornoindustire bedeutet:

Das französische Gesundheitsministerium hat 30 000 Frauen eine vorsorgliche Entfernung von Billig-Brustimplantaten empfohlen – auch wenn die Regierung keine Ge…

Ach du Scheiße!

25 Dezember 2011

Johannes „Jopie“ Heesters ist tot. Wird Weihnachten jetzt abgesagt?

Still ruht der See

22 Dezember 2011

So langsam drängt sich ja der Verdacht auf, daß ich hier nur noch über Bücher rede. Das ist natürlich nicht der Fall, oder zumindest soll es nicht so sein, aber es gibt Momente im Leben eines Mannes, wo ein Mann tut, was ein Mann eben tun muß.
Im Bett liegen und still unter seine Migräne leiden beispielsweise. *wimmer* Und ich leide immer still. Die populäre Ansicht, daß selbst leicht erkrankte Männer wehleidig wimmernde Weicheier wären*, findet in mir ihre stolz-leidensfähige Widerlegung. *wimmer*

Zurück ins Bett.

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*schöne Alliteration übrigens dieses „wehleidig wimmernde Weicheier wären“. Könnte man locker noch ausbauen. Zum Beispiel „Wir Weiber wollen wehleidig wimmernde Weicheier!“ oder „Wehleidig wimmernde Weicheier wecken Weicheiweiberwahnsinn“ Ob die bei „BILD“ noch ne Stelle frei haben?

Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 7

16 Dezember 2011

Thema 7: Kochbücher!

Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem Sex und der Kochkunst bemerkt. Beides faszinierte Leute. Manchmal kauften sie Bücher mit komplizierten Rezepten und interessanten Bildern, wenn sie wirklich großen Appetit verspürten, malten sie sich gewaltige Banketts aus. Doch am Ende des Tages gaben sie sich mit Bratkartoffeln und Spiegeleiern zufrieden, wenn sie gut zubereitet waren und vielleicht mit einer Tomatenscheibe serviert wurden.

Terry Pratchett Der fünfte Elefant

Ich liebe Kochbücher! Ich lese sie gerne, ich schaue mir gerne die lecker Bildchen darin an, und manchmal koche ich ich sogar nach ihnen. Jedenfalls besitze ich so einige von ihnen.
Mein erstes Kochbuch habe ich, als ich -flügge geworden- das heimische Nest verließ, meinem lieben Muttertier geklaut. Es trug den schönen Titel „Wir kochen gut„, erschien 1968 oder so, und war sich nicht zu schade, zu erklären, wie hartgekochte Eier zubereitet werden. Auch scheint es damals noch Wale gegeben zu haben, waren doch auch Rezepte für Walfleisch enthalten. So ein Koch buch sollte sich jeder zulegen, der gerade erst das Kochen erlernt. Es eklärt die Grundlagen und ein paar Variationen, und wenn man das kann, kann man sich den komplizierteren Werken zuwenden. Jedenfalls besitze ich das Buch noch heute, und es ist mein Lieblingskochbuch.

Mein zweitliebstes Kochbuch ist gar kein Kochbuch in dem Sinne. Es trägt den -etwas reißerischen- Titel: „Die letzten Geheimnisse der Kochkunst“  und ist von Peter Barham. Herr Barham ist nun seines Zeichens Physiker und so darf man in seinem Buch auch nur wenige Rezepte erwarten, dafür aber einen Haufen schöner Erklärungen dafür, warum das Kochen, Backen, Braten so funktioniert, wie es funktioniert. Ohne dieses Buch hätte ich nie gelernt, was eine Maillard-Reaktion ist, was man mit Melanoiden anfangen kann, und was die Aminosäuren Asparagin und Glutamin mit Acrylamid zu tun haben.
Das macht einen nicht unbedingt zu einem besseren Koch, aber auf jeden Fall schlauer.

OK, ein Buch noch, dann muß es aber auch gut sein. „Mecklenburg bittet zu Tisch“ ist ein unverzichtbares Werk, für alle die schon immer mal wissen wollten, wie ein echter Mecklenburger Rippenbraten (gefüllt mit Äpfeln, Zwiebeln und Backobst) geht. Oder Bonbonfleisch aus lecker Gänsen hmmm…
Überhaupt ist es schon seltsam, daß Mecklenburg kein Paradies für Feinschmecker geworden ist. Ich sage nur „Mecklenburger Käsesuppe mit Zunge“; „Schweinebauch Mecklenburger Art“ oder „Rübensirupplätzchen“. *hjamm* Oh und „Swattsuer“ muß ich unbedingt mal wieder machen.

Aber wir wollten ja eigentlich über Bücher reden nicht übers Essen. Obwohl es, meiner Meinung nach, ein lohnendes Forschungsprojekt wäre, sich einmal mit den Gemeinsamkeiten von mecklenburgischen und klingonischen Kochtraditionen auseinanderzusetzen. Ich sage nur „Klingonische Blutsuppe“. Möglicherweise stammen die Klingonen ja von Meckenburgen ab?

Egal. Ich muß jetzt Blut kaufen gehen.

Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 6

13 Dezember 2011

Thema 6: Magisches!

Oha, schwieriges Thema, deshalb bin ich auch so spät dran.
Die Magie eines Buches liegt für mich ja eher weniger in seinem Inhalt, sondern in der Fähigkeit mancher Autoren, mich zu entführen, ja quasi wegzubeamen. Den meisten meiner Freunde und Bekannten ist es ein Rätsel, wie ich in einer vollbesetzten Kneipe lesen kann. Dabei ist das gar kein Geheimnis. Wenn die Geschichte gut ist, fesselnd, traumhaft oder lustig, dann bin ich nicht mehr in der vollen Kneipe oder dem überfüllten Zug oder der mörderisch lauten Kantine, dann bin ich da, wo der Autor mich hingebracht hat.

Einer der das wirklich gut kann, ist der britische Science-Fiction-Autor Alastair Reynolds. Dessen Bücher – vor allem die aus dem Revelation-Space-Zyklus – gehören zu den Büchern, die man als ernsthafter Student der SF gelesen haben muß. Das liegt zum einen an den sehr glaubwürdig gestalteten Figuren, und zum anderen, an dem überaus glaubwürdigen wissenschaftlichen Hintergrund der Geschichten.
Denn wenn mir etwas bei SF wirklich auf den Sack geht, dann der Umstand, daß die beschriebene Technologie oft nicht von Albus Dumbledors Zauberstab unterschieden werden kann. Wenn also beispielsweise in Star-Trek die Leute andauernd von A nach B gebeamt werden, unterscheidet sich das in nichts vom Reisen mit Flohpulver bei Harry Potter. Beides funktioniert in Wirklichkeit nicht und es wird auch nirgendwo erklärt.* So etwas finde ich bei SF eher ärgerlich, obwohl ich das in fantastischen Romanen durchaus mag.
Alastair Reynolds vermeidet solche Sachen. Seine Techniken  sind zumeist glaubwürdig und zumindest mit meinen oberflächlichen Physikkenntnissen kompatibel. Darüber hinaus treten auf: seltsam entstellte Cyborgs, philosophierende Waffen, theologische Indoktrinationsviren, Raumschlachten, ausgestorbene außerirdische Rassen, fast lichtschnelle Schiffe etc. pp., also alles was man von einer Space-Opera erwarten kann.
Und dann läßt es sich einfach herrlich träumen mit seinen Geschichten. Lichtjahre weit weg.

Also wenn das nicht magisch ist.

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*wobei man zur Verteidigung von Star-Trek hinzufügen muß, daß sich die Macher der Serie immerhin die Mühe gemacht haben, einen Heisenberg-Kompensator zu erfinden. Muahuahuahua Heisenberg-Kompensator! *Gnihi*

Grad noch mal gutgegangen

12 Dezember 2011

Liebe Leute von der Thalia Holding GmbH,

ich wollte mich mal kurz bedanken, für den erstaunlichen neuen Service den ihr neuerdings in Euren Läden anbietet. Ich weiß ja nicht wie Ihr das nennt, aber ich nenne es den „Wir-verkaufen-Dir-nur-,-was-Du-wirklich-brauchst-Service“ OK, das muß ich erklären. Am Sonnabend war ich so knapp davor, mir einen dieser berühmt-berüchtigten E-Book-Reader zuzulegen. Ich ging also so gegen 10:00 Uhr in einen Eurer Läden, und habe ein bißchen mit den Ausstellungsstücken rumgespielt. So ganz überzeugt war ich dann noch nicht, und ein paar Fragen hatte ich auch noch, also schaute ich mich mal nach einer Servicefachkraft um. Hmmm… komisch, „mehr als 3.000 engagierte Buchhändler“* arbeiten für Euch, aber wenn ich mal einen brauche, ist grad keiner greifbar. Schnell noch mal an der Servicetheke vorbeigelaufen… nee auch keiner da.
Na ja, macht ja nix, denke ich mir, ich kann ja schließlich lesen, und eine Bedienungsanleitung wird ja wohl dabei sein. Ich schnappe mir also einer der leeren Verpackungen und mache mich zur nächsten Kasse, die -wen wird es überraschen- gerade nicht besetzt war. OK, ich bin ja gar nicht so, also schleife ich meinen faulen Arsch zum Erdgeschoß, suche mir eine freie Kasse, reiche der engagierten Druckwarenfachverkäuferin die Leerverpackung und hoffe nun auf ein nietennagelneues E-Buch-Dingens. Ja von wegen. Denn tatsächlich hat die Barcodescannerin von der Kasse keine Ahnung, wo sich denn der Inhalt der Leerverpackung verbindet, und verweist mich an den Service. Ah, denke ich so bei mir, war ich da nicht grade erst? Aber he, ich will ja nicht meckern, und verfüge mich wieder in die erste Etage. Inzwischen ist am Servicestand auch ein Mitarbeiter eingetroffen, der mir strahlend mitteilt, das es für die Lesedingsbums einen Extramitarbeiter gäbe, den ich höchstwahrscheinlich unten an der Kasse fände.

Ja gut dachte ich da so beim mir, eigentlich bin ich ja nicht dafür hier, euch den Arsch nachzutragen. Also stellte ich dem verdutzten Kollegen die Packung auf den Tisch, teilte ihm mit höflichen und wohlgesetzten Worten  mit, wohin er sich den Kram mal schieben könnte, und verließ euren Laden.

Trotzdem Danke, denn eigentlich brauche ich gar kein E-Buch-Lese-Dingsbums. Und das Eure Mitarbeiter das so scharfsinnig erkannt haben, und mir den Kauf deshalb ordentlich erschwert haben, nötigt mir meinen ganzen Respekt ab.

Herzliche Grüße

Roland vom Dulsberg
König der Kundschaft

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 *http://www.thalia.de/shop/service/show/

Morgen, Kinder, wird’s was geben

8 Dezember 2011

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa dann ist Weihnachtstag!

Der Scheiß geht mir schon den ganzen Tag nicht mehr aus dem Ohr. Ich finde ja, daß so ein Ohrwurm ein hervorragendes Argument für aktive Sterbehilfe sein kann.

Kann sich mal jemand meiner erbarmen?


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