Thema 7: Kochbücher!
Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem Sex und der Kochkunst bemerkt. Beides faszinierte Leute. Manchmal kauften sie Bücher mit komplizierten Rezepten und interessanten Bildern, wenn sie wirklich großen Appetit verspürten, malten sie sich gewaltige Banketts aus. Doch am Ende des Tages gaben sie sich mit Bratkartoffeln und Spiegeleiern zufrieden, wenn sie gut zubereitet waren und vielleicht mit einer Tomatenscheibe serviert wurden.
Terry Pratchett Der fünfte Elefant
Ich liebe Kochbücher! Ich lese sie gerne, ich schaue mir gerne die lecker Bildchen darin an, und manchmal koche ich ich sogar nach ihnen. Jedenfalls besitze ich so einige von ihnen.
Mein erstes Kochbuch habe ich, als ich -flügge geworden- das heimische Nest verließ, meinem lieben Muttertier geklaut. Es trug den schönen Titel “Wir kochen gut“, erschien 1968 oder so, und war sich nicht zu schade, zu erklären, wie hartgekochte Eier zubereitet werden. Auch scheint es damals noch Wale gegeben zu haben, waren doch auch Rezepte für Walfleisch enthalten. So ein Koch buch sollte sich jeder zulegen, der gerade erst das Kochen erlernt. Es eklärt die Grundlagen und ein paar Variationen, und wenn man das kann, kann man sich den komplizierteren Werken zuwenden. Jedenfalls besitze ich das Buch noch heute, und es ist mein Lieblingskochbuch.
Mein zweitliebstes Kochbuch ist gar kein Kochbuch in dem Sinne. Es trägt den -etwas reißerischen- Titel: “Die letzten Geheimnisse der Kochkunst” und ist von Peter Barham. Herr Barham ist nun seines Zeichens Physiker und so darf man in seinem Buch auch nur wenige Rezepte erwarten, dafür aber einen Haufen schöner Erklärungen dafür, warum das Kochen, Backen, Braten so funktioniert, wie es funktioniert. Ohne dieses Buch hätte ich nie gelernt, was eine Maillard-Reaktion ist, was man mit Melanoiden anfangen kann, und was die Aminosäuren Asparagin und Glutamin mit Acrylamid zu tun haben.
Das macht einen nicht unbedingt zu einem besseren Koch, aber auf jeden Fall schlauer.
OK, ein Buch noch, dann muß es aber auch gut sein. “Mecklenburg bittet zu Tisch” ist ein unverzichtbares Werk, für alle die schon immer mal wissen wollten, wie ein echter Mecklenburger Rippenbraten (gefüllt mit Äpfeln, Zwiebeln und Backobst) geht. Oder Bonbonfleisch aus lecker Gänsen hmmm…
Überhaupt ist es schon seltsam, daß Mecklenburg kein Paradies für Feinschmecker geworden ist. Ich sage nur “Mecklenburger Käsesuppe mit Zunge”; “Schweinebauch Mecklenburger Art” oder “Rübensirupplätzchen”. *hjamm* Oh und “Swattsuer” muß ich unbedingt mal wieder machen.
Aber wir wollten ja eigentlich über Bücher reden nicht übers Essen. Obwohl es, meiner Meinung nach, ein lohnendes Forschungsprojekt wäre, sich einmal mit den Gemeinsamkeiten von mecklenburgischen und klingonischen Kochtraditionen auseinanderzusetzen. Ich sage nur “Klingonische Blutsuppe”. Möglicherweise stammen die Klingonen ja von Meckenburgen ab?
Egal. Ich muß jetzt Blut kaufen gehen.
16 Dezember 2011 um 11:54 am
Deine Kochbuchsammlung beweist, dass du exakt sex appeal hast. Ne, sechs Äppel.
Meins hast du aber nicht.
16 Dezember 2011 um 6:31 pm
Also bei uns heißt das Gericht mit dem Blut “Tote Oma”. Aber das wollte ich gar nicht schreiben. Ich wollte mich entrüsten, dass Du Deiner Mutter “Wir Kochen gut” geklaut hast. Einem Menschen, den man liebt, das beste Kochbuch zu klauen, ist echt nicht nett. Ich kann Dein Begehren ja verstehen. Aber hättest Du das nicht jemandem klauen können, den Du nicht leiden kannst???
16 Dezember 2011 um 7:07 pm
LoooooL
“Wir kochen gut” habe ich gebraucht von meiner Mutter beim Auszug mitbekommen, meines ist aus Auflage 10 und ist älter als ich.
16 Dezember 2011 um 7:53 pm
@frankie: Da würd ich nicht drauf wetten. Ich habe nämlich nicht nur in der Küche Bücher.
@inch: Tote Oma ist auch lecker, aber nicht das Gleiche wie Schwarzsauer. Tote Oma ist nämlich Blutgrützwurst. *klugscheißermodusoff* Was den Mutterkochbuchdiebstahl angeht: Meine Mutti konnte doch schon kochen… OK doofe Ausrede, aber hätte ich es nicht geklaut, hätte es meine Schwester getan.
@aga80: Beliebtes Werk dieses Kochbuch gelle?
16 Dezember 2011 um 8:17 pm
Ja bei mir quillt es eher vor lauter einlegeseiten mit Rezepten über,das hat so seinen ganz eigenen Wahnsinn, was die Suche angeht.
17 Dezember 2011 um 9:55 am
Blutgrützwurst esse ich nicht, Tote Oma dagegen sehr gern, jedenfalls so, wie sie in einem Dorf hinter den Hoburger Bergen gegessen wurde
Ich war ja mal ne Weile da unten bei Mecklenburg, in der Altmark, und habe da festgestellt, dass manche Dinge mit gleichem Namen doch ganz unterschiedlich sein können.
Und das mit der Schwester, also das die sonst das Kochbuch geklaut hätte, das ist ein Argument!
17 Dezember 2011 um 10:54 am
Anne Küste hinnern Deich: Tote Oma=Grützwurst, Swatsuer mit Rappelpöt=Enten-oder Gänseklein in süßsauer Blut.
Letzteres aber nur noch bei Veteranen des WK1 gefragt.
@Roland, echt, du hast mein Kochbuch?
17 Dezember 2011 um 11:23 am
@aga80: Das kenn ich sonst nur von Frauen.
@Inch+frankie:Ah ja, da war ja immer noch diese innerdeutsche Begriffsverwirrung. Ich sag nur Pfannkuchen-Berliner.
@Frankie: Also Dein Kochbuch habe ich bestimmt nicht, aber vielleicht habe ich das gleiche?
17 Dezember 2011 um 11:42 am
Als ich das letzte mal nachgeschaut habe, war ich noch ein Mann.
17 Dezember 2011 um 12:40 pm
@Roland, ich meine das Kochbuch, das ich geschrieben habe.
http://frankies-satirewelt.de/buecher.html
17 Dezember 2011 um 1:11 pm
17 Dezember 2011 um 9:14 pm
Ich habe gerade nachgeschaut, meine Ausgabe von “Wir kochen gut” ist aus dem Jahr 1979, Walfleisch ist nicht mehr enthalten
Es enthält neben den von Dir erwähnten Anweisungen zum Eierkochen hinten (beim mir ab S. 276) sogar Anweisungen zum Geflügel- u. Fischerzerlegen, Spicken von Fleisch und Fellabziehen von Kaninchen oder Hasen (sehr eigenwillige Aufhängung).
Passend zu dem zugegeben leicht speckig aussehendem Kochbuch habe ich hier auch “Das Backbuch” aus dem Verlag für die Frau, Auflage 185, hier, welches mich letztens doch zum Schmunzeln brachte “Rum hat beim Backen die sehr beliebte Eigenschaft, den Geschmack zu verfeinern und einem Teig eine lockere Konsistenz zu geben” (S. 136). Hm… kommt der Rum dabei in den Teig?
22 Dezember 2011 um 9:40 pm
Ich arbeite zufällig in der Druckerei, die “Wir kochen gut” immer wieder nachdruckt. Ich glaube, wir sind bei der 31. Auflage. Gerade ist übrigens zusammen mit dem Backbuch ein Reprint im Originallook (beide Bücher in einem Schuber) erschienen.