Von Zeit zu Zeit muß auch der größte Misanthrop seine gemütliche Wohnhöhle verlassen, um allerlei Leckereien einzukaufen. Der Kontakt mit anderen Menschen läßt sich dabei zum seinem Leidwesen meist nicht vermeiden. Allerdings sind diese wenigen Kontakte auch nur selten geeignet, dem Misanthropen ein positiveres Menschenbild zu vermitteln.
Nehmen wir mal beispielhaft meinen heutigen Einkauf im örtlichen Supermarkt. Nachdem ich meine Einkäufe eingesackt hatte, lenkte ich meine Schritte gen Backwarenverkaufsstand, und wollte dort ein Dinkelbrot (3,99€) und ein leckeres Süßgetränk (1,60€ + 0,15€ Pfand) erstehen. Als ans Bezahlen ging, entspann -ohne Flachs und Flunkerei- der folgende Dialog. Es spielen mit:
- Ein Backwarenfachverkäuferlehrling (BWFVL)
- Ein Backwarenfachverkäuferlehrlingsvorarbeiter (BWFVLV)
- Ein Misanthrop** (M)
M: “Nee”
BWFVL: “Was?”
BWFVL: “Oh.” grübelt ein bißchen und sagt: “Na dann 4,74″
M: “Schon besser, aber auch falsch:”
M: “Ach? 5,74 und wir sind uns einig.”
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*Albert Einstein
**Name ist der Redaktion bekannt
Tags: albert einstein, Misanthropie, Rechenkunst, Shoppen
29 Januar 2012 um 7:32 am
[...] Dulsberg-Nord Heimstatt der Faulheit « „Was wirklich zählt, ist Intuition.“* [...]
29 Januar 2012 um 10:10 am
“nicht wenigstens in der Lage sein, im Kopf zu überschlagen, in welchem Bereich sich die zu erwartende Summe ungefähr bewegen wird”
Nein eben nicht! Denn diese Fähigkeit hat er sich ja gerade durch den Missbrauch von Taschenrechnern, zu dem er schon in der Schulzeit genötigt wurde, abtrainiert. Und Kopfrechnen scheint ja irgendwie gegen die Menschenrechte zu verstoßen, Bankrechnen geradezu gefährlich zu sein. Jedenfalls gewinne ich den Eindruck, wenn ich mir das Unterrichtsfach Mathematik, dass das Unterrichtsfach Rechnen an Grundschulen abgelöst hat, so anschaue.
29 Januar 2012 um 2:06 pm
die Frage ist eigentlich: warum hat der BWFVL die 3 Artikel nicht einfach in die Kasse getippt und den entsprechenden Betrag abgelesen?
das wird ja wohl keine SVSDBWFH* sein?
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* Schwarzverkaufsstelle des Bäckereiwarenfachhandels
30 Januar 2012 um 11:19 am
7,49 war gar nicht mal so schlecht. So bringt man die Wirtschaft in Schwung. Und zum Rechenweg: der BWFVL hatte mal was von Runden gehört. Also nicht von übergewichtigen Menschen, sondern von Zahlen, die zurnächstbesten ganzzahligen Variante geändert werden. Und so rechnete er:
3,99 ist irgendwas nahe 4 Euro. Genau, dann habe ich vor dem Komma die 3. Also 4 + 3 gleich 7. Oh, jetzt der Rest. Also Einssechzig, dann noch 15 Cent Pfand abziehen. 15 Cent ist gerundet so zehn, elf Cent. Von sechzig abgezogen ist fünfzig. Aber ich hatte ja vorhin einen Preis mit Kommaneunundneunzig, also einen Cent weniger. Fünfzig weniger eins ist neunundvierzig. Also: Sieben Neunundvierzig…