„Was wirklich zählt, ist Intuition.“*

28 Januar 2012

Von Zeit zu Zeit muß auch der größte Misanthrop seine gemütliche Wohnhöhle verlassen, um allerlei Leckereien einzukaufen. Der Kontakt mit anderen Menschen läßt sich dabei zum seinem Leidwesen meist nicht vermeiden. Allerdings sind diese wenigen Kontakte auch nur selten geeignet, dem Misanthropen ein positiveres Menschenbild zu vermitteln.
Nehmen wir mal beispielhaft meinen heutigen Einkauf im örtlichen Supermarkt. Nachdem ich meine Einkäufe eingesackt hatte, lenkte ich meine Schritte gen Backwarenverkaufsstand, und wollte dort ein Dinkelbrot (3,99€) und ein leckeres Süßgetränk (1,60€ + 0,15€ Pfand) erstehen. Als ans Bezahlen ging, entspann -ohne Flachs und Flunkerei- der folgende Dialog. Es spielen mit:

  1. Ein Backwarenfachverkäuferlehrling (BWFVL)
  2. Ein Backwarenfachverkäuferlehrlingsvorarbeiter (BWFVLV)
  3. Ein Misanthrop** (M)
BWFVL: „Das macht dann 7,49.“
M: „Nee“
BWFVL: „Was?“
M: „Es heißt Wie bitte, und 7,49 stimmt nicht.“
BWFVL: „Oh.“ grübelt ein bißchen und sagt: „Na dann 4,74″
M: „Schon besser, aber auch falsch:“
BWFVL: „Ach?“
M: „Ja.“
Der Backwarenfachverkäuferlehrlingsvorarbeiter mischt sich -sichtlich angenervt von seinem dyskalkulierenden Lehrling, ein.
BWFVLV zischt den BWFVL an: „Ich hab Dir schon tausendmal gesagt…“  und zu M.: „Tschuldigung… Da macht dann 5, 14€“
M: „Ach? 5,74 und wir sind uns einig.“
Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern, sollte ein Verkäufer, wenn er auch durch jahrelangen Registrierkassenmißbrauch des Kopfrechnens entwöhnt ist, und deshalb eine simple Addition von 3 Positionen nicht mehr hinbekommt, nicht wenigstens in der Lage sein, im Kopf zu überschlagen, in welchem Bereich sich die zu erwartende Summe ungefähr bewegen wird?
Himmel das kann doch nicht so schwer sein.

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*Albert Einstein
**Name ist der Redaktion bekannt 

Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 13

27 Januar 2012

Thema 13: Monster!

Monster, das ist ein etwas zwiespältiges Thema. Da habe ich durchaus unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Den Rest des Beitrags lesen »

12 Überstunden

25 Januar 2012

… allein in den letzten 3 Tagen. Wäre ich nicht Gründer der PKHF™ müßte ich mich glatt selbst exkommunizieren.

Liebe Sparkasse,

23 Januar 2012

sollten Sie für die Schulung Ihrer Mitarbeiter in Punkto <Kundenkommunikation> irgendwann einmal Geld ausgeben wollen, stünde ich Ihnen von Herzen gern zur Verfügung. Zwar kann ich keine entsprechenden Qualifikationsnachweise vorlegen, aber ich bin ein Mensch, dem Worte sehr am Herzen liegen, und der sehr sensibel auf Ausdruck und Wortwahl reagiert. Wenn ich beispielsweise ein Schreiben von Ihnen bekomme, in dem es heißt:

„Sehr geehrter Herr Schwarzer,

bitte besuchen Sie uns in unserer Filiale an einem der nächsten Tage, da wir gerne mit Ihnen über das Sparguthaben sprechen möchten.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Unleserlich“

dann kommt das bei mir nicht besonders gut an. Den Rest des Beitrags lesen »

Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 12

20 Januar 2012

Thema 12: Ein Buch mit einem Tier im Titel!

Als ich letztes Wochenende so mit meiner Nichte über Wiesen und Felder Mecklenburgiens spazierte, kreuzte plötzlich ein Kaninchen unseren Weg, was die Lütte zu der spontanen, wenn auch wenig originellen, Äußerung veranlasste: „Guck mal, ein Hase.
Väterlich, oder in diesem Fall wohl eher onkelhaft, belehrte ich sie über ihren taxonomischen Irrtum mit den Worten „Das ist kein Hase, sondern ein Kaninchen. Hasen haben längere Ohren.
Bemerkenswert an diesen beiden Sätzen ist nun nicht etwa mein schlicht sensationelles Wissen über die komparative Anatomie der Hoppeltierchen*, sondern der Umstand, daß diese Sätze Wort für Wort**aus dem Buch „Erzähl von Deinen Tieren“ von Wolf Durian stammen, daß ich so um 1978 das letzte mal gelesen habe. Das muß man als Autor erst einmal schaffen, daß dem Leser noch nach 34 langen Jahren intensivsten Drogen-, Alkohol- und Pfannkuchenmißbrauches die Lektüre des Buch im Gedächtnis haften bleibt, wie Hundescheiße im Stollenprofil meiner Stiefel.
Ich habe sogar schon mal überlegt, dem Autor ein paar lobende Zeilen zukommen zu lassen, wäre der nicht schon seit 41 Jahren tot. So erspare ich ihm aber auch die Enttäuschung über die Tatsache, daß ich -außer den o.g. Sätzen- sonst gar nichts mehr über Buch, Inhalt und Autor weiß, außer vielleicht, daß ich es gerne gelesen habe.
Und wo wir schon mal bei Kinderbüchern sind, fallen mir doch ganz spontan noch „Hirsch Heinrich“ und „Ferdinand, der Stier“ ein. Von Ferdinand weiß ich immerhin noch soviel, daß er keinen Bock auf Stierkämpfe hatte, und daß dieses Buch für den Pazifismus mehr geleistet hat, als Ghandi, Martin Luther King und der Dalai Lama zusammen. Jedenfalls für meinen Pazifismus.
Relativ lebhaft in Erinnerung geblieben ist mir dagegen „Eine Kuh aus Pinneberg„, die mein anarchistisches Weltbild entscheidend mitgeprägt hat. Die Kuh wollte nämlich unbedingt Kettenkarussell fahren, statt einfach nur doof auf der Weide rumzustehen. Das die Kuh anschließend doch wieder auf die Weide ging, gehört zu den größten Enttäuschungen meiner Kindheit. Wegen dieses Verrates an der revolutionären Klasse bin ich nie Vegetarier geworden. Das Buch ist von Frans Haacken, der übrigens auch die Illustration zu „Peter und Wolf“ angefertigt hat, und damit können wir die Kinderabteilung  für heute dann auch schließen.

In der Erwachsenenabteilung fällt es mir schon deutlich schwerer, zum Thema passende Titel zu finden. Das heißt, so schwer nu auch wieder nicht, aber was darunter lohnenswert vorzustellen ist, ist mir grad noch unklar. Ich liste einfach mal auf, was mir so spontan einfällt:

O.K. es reicht. Noch mehr aufzulisten wäre Angeberei und das wollen wir natürlich nicht. Außerdem hat mir der letzte Eintrag den entscheidenden Hinweis gegeben, über welches Buch ich sprechen könnte. Lange bevor nämlich Merle den Delphin zum vernunftbegabten Tier erklärte (eine These die seit Flipper höchst fragwürdig sein dürfte), hatte bereits Karel Čapek den „Krieg mit den Molchen“ entfesselt. Mir ganz persönlich hat Čapeks Roman deutlich mehr Spaß bereitet als der von Merle, aber das ist natürlich Geschmackssache. Zum Inhalt si so viel erzählt: Irgendwo vor Sumatra finden Wissenschaftler eine bis dato unbekannte Molchart, die nicht nur ungemein schlau, fleißig und lernbegierig ist, sondern außerdem auch noch einem eher hedonistischen Lebensstil pflegt. Bis die Menschen kommen natürlich. Dank des Menschen, der die Molche nun gnadenlos ausbeutet, verbreiten sich die Molche auf der Erde wie seinerzeit die Karnickel in Austalien, und bald schon kommt es wie es kommen muß, ein Krieg beginnt und der Verlierer wird die Menschheit sein. Die Geschichte ist natürlich ein lupenreine Satire, zum Zustand der Welt kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges*** und ist unbedingt lesenswert.
Ab in Bibliothek mit Euch.

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*Hoppeltierchen, die  [1] Säugetierfamilie aus der Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha). Diese Bezeichnung, sowie das Fachgebiet der Hoppeltierchenkunde, ist unter Biologen umstritten, für Puschligologen aber ganz klar richtig.
**Bei den Satzzeichen bin ich nicht ganz sicher.
***Solche Erfolche, erreichen nur deutsche Molche! 

Modefragen

20 Januar 2012

Ungefähr alle 2 – 3 Jahre kaufe ich mir ein neues Paar Schuhe, und dann auch immer die Gleichen. Zugegeben, ich arbeite nicht mehr wirklich auf dem Bau, aber in meinen Jahren als Schlosser habe ich mich so an festes Schuhwerk gewöhnt, daß ich auch heute noch Arbeitsstiefel trage. O.K., sie sind teurer als zu DDR-Zeiten und sie halten auch nicht mehr zehn sondern nur noch 4 – 5 Jahre, aber das ist in Ordnung.

Natürlich falle ich mit einem derart geringen Schuhverbrauch, eindeutig in Kategorie „konsumverweigernder Modemuffel“ und dürfte mich über Schuhmoden öffentlich eigentlich gar nicht äußern, aber ich habe ja Augen im Kopf, und wenn ich auch nicht jeden Scheiß mitmache, sehe ich doch, was meine Mitmenschen so treiben.
Deshalb ist mir auch aufgefallen,  daß die diesjährige Winterdamenschuhmode offenbar Stiefel vorschreibt. Zwei Stiefelarten finde ich besonders interessant.
Da ist zum einen der Schaftröhrenreiterstiefel*. So ein Stiefel ist natürlich ungemein nützlich, wenn die Frau von Welt sich des Morgens auf ihr treues Ross Rosinante schwingt, um zur Arbeit zu reiten. Ohne Stiefel nutzt sich der Stoff der Hosenbeine sonst viel zu schnell ab, und nichts ist peinlicher, als mit durchgeschupperten Hosenbeinen im Meeting zu erscheinen. Da könnte sie auch gleich mit stinknormalen Filterkaffee ankommen, statt einem fett-, zucker- und laktosefreien Soja-Latte-Caramel-Macchiato . Unangenehm sowas! Mit Stiefeln muß man höchstens damit rechnen, daß das Pferd eine Kontaktdermatitis kriegt, weil der blöde Gaul vielleicht eine Kuhlederallegie hat, aber darum soll sich gefälligst der örtlich und sachlich** zuständige Pferdehomöopath kümmern. Der trägt dann eine Salbe aus zerriebener Schafsgebärmutter und Knoblauch auf, und zack ist das Pferd wieder wie neu. Natürlich sind hohe Schaftstiefel auch sehr praktisch, wenn man den ganzen Tag durch knietiefe Schweinescheiße waten muß, aber mal ganz ehrlich, welche Frau außer Prostituierte muß sich heutzutage noch um Schweine kümmern?
Zum zweiten haben wir da die Stiefel, deren Namen ich mir beim besten Willen nicht aus den Hirnwindungen ringen kann, die aber immer ein bißchen so aussehen, als hätte jemand einen Teletubby auf dem Schulhof zusammengeschlagen, und ihm die Stiefel abgezogen, um sie anschließend der Liebsten zu überreichen. Wie Filzpantoffel mit angeklebter Sohle eben. Wer trägt sowas? Und warum? Keine Ahnung.

Aber ich trage ja auch Arbeitsstiefel, obwohl ich schon seit Jahren im Büro hocke.

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*keine Ahnung wie die Dinger wirklich heißen, aber sie sehen ungefähr so aus.
**sachlich zuständig ist im Regelfall, der örtlich  Zuständige

Traumdeutung Teil 175,5

18 Januar 2012

Gestern Nacht geträumt, ich wäre Arzt und der Streß der Verantwortung würde mich fast umbringen. Schweißgebadet wach geworden, und das erste mal im Leben heilfroh über mein proletarisches Bildungsniveau gewesen.

Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 11

17 Januar 2012

Thema 11: Die beste und die schlechteste Buchverfilmung. 

Ganz spontan fällt mir zu „schlechte Buchverfilmungen“ der Name Stephen King ein. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte einfache, daß die allermeisten King-Verfilmungen scheiße sind.
Das liegt zum einen daran, daß die Filme häufig abgesehen vom Titel nichts oder nur wenig mit den Geschichten gemein haben. Wie man zum Beispiel von der einigermaßen bizarren Geschichte „Der Rasenmähermann“ zum gleichnamigen Film gelangen konnte, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.
Das zweite Problem mit King-Filmen ist der Umstand, daß das was ich mir vorstellen kann, weitaus schlimmer ist, als alles was man mir zeigen kann. Gerade King versteht es in seinen Geschichten ganz ausgezeichnet meine Phantasie anzuregen. Das Ding im Schrank, das Monster unter meinem Bett und die gigantische Spinne in „ES“ sind unter anderem deshalb so furchtbar, weil ich sie nie wirklich zu sehen bekomme. Im Film muß man aber irgendwann die Hosen runterlassen, und das Monster zeigen. Und wirklich furchterregend ist das nur selten. („Alien“ ist da eine seltene Ausnahme, wenn auch nur im ersten Teil)
Vielleicht sind deshalb auch die Verfilmungen von Kings Geschichten die nicht ins Horror-Genre gehören oft erstaunlich gut. Ich sage nur „Die Verurteilten“ oder „Stand by me“, die beide großartig sind.

Über die „beste Buchverfilmung“ mag ich gar nicht urteilen wollen, aber ich kenne einige wirklich gute filmische Umsetzung, die zum Teil sogar besser als die Bücher sind. Das gilt zum Beispiel für viele Geschichten von Philip K. Dick. Ich mag Dick nicht besonders, obwohl ich noch nicht mal genau sagen könnte warum nicht. Seine Ideen sind großartig, aber dennoch habe ich beim Lesen seiner Bücher oft das Bedürfnis, mir einen 10kilo-Vorschlaghammer über den Schädel zu ziehen. Trotzdem ist „A Scanner Darkly“ ein richtig guter Film. Und von „Blade Runner“ will ich gar nicht erst anfangen.

Ein Fall in dem Buch und Film mindestens gleichwertig sein dürften, ist meiner Ansicht nach „Der Trinker“ von Hans Fallada.  Da kann ich euch reinen Gewissens beides empfehlen (jedenfalls die Verfilmung mit Harald Juhnke), es sei denn, Ihr seid Alkoholiker im Entzug.

Mahlzeit.

Ik bün all hier

17 Januar 2012

Kuckuck, da bin ich wieder. Endlich wieder in der großen Stadt und in der Zivilisation. Von meinem Ausflug in die Eindöde Mecklenburgs berichte ich die Tage noch ausführlicher, vorerst sei nur soviel gesagt: Es ist schön wieder hier zu sein.

Abwesenheitsnotiz

11 Januar 2012

Heda! Mundschenk!
Bringt Wodka her, und Butterbier,
heut trinken wir aufs Muttertier.

Mein Mütterlein geruht, Geburtstag zu  haben, und weil es mir teils die Sohnespflicht, teils die leicht in Zorn geratende Schwester so gebietet, habe ich mich zu diesem Anlaß in der Heimat einzufinden, der Jubilarin meine Glückwünsche darzubieten. *Seufz* Ein ganzes langes Wochenende samt Donnerstag und Freitag in der Mecklenburger Einöde mit der buckligen Verwandschaft zu verbringen, daß wird fürwahr kein Zuckerschlecken. *Doppelseufz*

 

Wir hören dann am Sonntag wieder von einander.


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